Friedensethik in islamisch-philosophischer Perspektive

Vortrag und Diskussion mit Asmaa El Maaroufi im Rahmen der Marburger Vortragsreihe „Konflikte in Gegenwart und Zukunft“

Was bedeutet Frieden aus isla­mischer Perspektive und wie lässt er sich als ethische Praxis ver­stehen? Angesichts gegen­wärtiger Polykrisen, in denen u.a. auch Dis­kussionen um Ungleichheit, Gewalt und politische Pola­risierung den öffentlichen Dis­kurs prägen, stellt sich die Frage neu, welche Ressour­cen religiöse Traditionen für das Nach­denken über Frieden bereithalten. Der Vortrag entwickelt eine islamisch-philosophische Perspek­tive auf Frieden als ethische Praxis, die sowohl in klassischen theo­logischen Konzepten als auch in gegen­wärtigen muslimischen Dis­kursen zum Ausdruck kommt. Letztere fragen zunehmend danach, welche Rolle die Ima­gination friedlicher Zukünfte für glo­bale Friedensarbeit spielt. Ausgehend von kora­nischen Leitmotiven wie Gerech­tigkeit und Verantwortung soll gezeigt werden, wie Frieden als spiri­tuell fundierte und zugleich gesell­schaftlich transformative Praxis ver­standen werden kann; getragen von der Kritik an Macht­verhältnissen und der Vision gerechter Be­ziehungen.

  • Wo? Histo­rischer Rathaussaal, 2. OG, Markt 1, 35037 Mar­burg
  • Wann? 27. April, 2026, 18:30 – 20:00h

Asmaa El Maaroufi

Prof. Dr. Asmaa El Maaroufi ist Junior­professorin für Islamische Philosophie mit Schwer­punkt Ethik am Zentrum für Islamische Theo­logie der Universität Münster. Sie promo­vierte mit einer Arbeit zur islamischen Tier­ethik und befasst sich in ihrer For­schung mit systematischen Grund­lagen islamisch-philosophischer Ethik und Anthro­pologie sowie mit Fragen der Umwelt-, Friedens- und Tierethik im Kontext sozial-ökologischer Trans­formation und inter­religiöser Verantwortung.

Vortrags­reihe

Seit über 25 Jahren orga­nisiert das Zentrum für Konflikt­forschung der Philipps-Universität Marburg die Vortrags­reihe, die bereits über 40 Jahre Bestand hat. Die Themen reichen von Krieg und Frieden über Gewalt und Rassis­mus, soziale Bewegungen, die Klima­krise bis hin zu Ungleichheit und Armut. Die Reihe richtet sich an die gesamte Mar­burger Öffentlichkeit – an Bürgerinnen und Bürger, Studierende, Mit­arbeitende der Universität und alle In­teressierten. Mit einem besonderen Fokus auf aktuelle und für Mar­burg relevante Themen hat das Zentrum für Konflikt­forschung eine enge Zusammenarbeit mit der Universitäts­stadt Marburg vereinbart, um die Veran­staltungen als öffentlichen Diskurs­raum zu stärken. Das Thema in diesem Semes­ter lädt ein, aktuelle und höchst rele­vante Fragen rund um das Thema Frieden zu dis­kutieren. Organisiert und mode­riert wird die Reihe von Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel, Geschäfts­führende Direktorin des Zentrums für Konflikt­forschung und Direktoriums­mitglied sowie Principal Investigator bei TraCe.

Mehr zur Veran­staltung auf der Website des Zentrum für Konflikt­forschung.