Im Jahr 2016 wurde das Friedensabkommen zwischen dem kolumbianischen Staat und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens, Volksarmee (FARC-EP), der ältesten Guerillabewegung der westlichen Hemisphäre, unterzeichnet. Der vier Jahre andauernde Verhandlungsprozess mündete in der Unterzeichnung eines Sechs-Punkte-Abkommens, das Themen vom Ende des Konflikts bis hin zur Agrarreform, der politischen Partizipation und der Politik im Umgang mit illegalen Drogen im Land umfasst.
Der Verhandlungsprozess und die Umsetzung des Abkommens führten zur Einführung eines neuen Systems der Übergangsjustiz, das weltweit als Vorbild gilt. Die Umsetzung des Abkommens war mit zahlreichen Erkenntnissen, aber auch Herausforderungen verbunden. Zehn Jahre nach der Unterzeichnung sind neue Formen der Gewalt aufgetreten und weitere Akteure sind hinzugekommen. Darüber hinaus haben vielfältige politische Diskussionen den Umsetzungsprozess und damit den Aufbau eines stabilen und dauerhaften Friedens beeinflusst.
Um die Besonderheiten des Prozesses sowie dessen Potenziale und Beiträge in den Bereichen Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur besser zu verstehen, werden sowohl Erfahrungen aus dem kolumbianischen Kontext als auch aus der Zusammenarbeit mit Deutschland im Rahmen der Unterstützung des Friedensprozesses beleuchtet. Die Veranstaltung lädt zu einem Austausch über das akademische und praktische Lernen im Friedensprozess, den Zugang zur Justiz und den Kampf gegen die Straflosigkeit in Kolumbien ein. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines komplexen Gewaltkontextes, in dem versucht wird, sich weiterhin für die friedliche Lösung von Konflikten einzusetzen.
- Wo? Simón-Bolívar-Saal, Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin
- Wann? 16. September, 2026, 17:15 – 19:30 Uhr
Programm
17:15 Uhr – 17:30 Uhr
Willkommens- und Einführungshinweis
17:30 Uhr – 18:00 Uhr
Vortrag
Lehren aus dem kolumbianischen Friedensprozess
- Stefan Peters (TraCe/Justus-Liebig-Universität Gießen/CAPAZ-Institut)
- Indira Murillo (CAPAZ-Institut)
18:00 Uhr – 19:30 Uhr
Diskussion
Perspektiven für Frieden und Sicherheit in Kolumbien
Referent:innen:
- Jonas Wolff (TraCe/PRIF/Goethe-Universität Frankfurt)
- Solveig Richter (Universität Leipzig)
- Viviana García Pinzón (Universität Freiburg)
- Indira Murillo (CAPAZ-Institut)
- Moderation: Juliana González Villamizar (TraCe/Justus-Liebig-Universität Gießen)