Am 30. Juni veranstaltete die Technische Universität Darmstadt ein TraCe-Kolloquium zum Thema „Ökozid“ als Form politischer Gewalt. Die Veranstaltung brachte Menschen aus Forschung und Praxis zusammen, um die rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen von Ökozid zu diskutieren.
Das Kolloquium hob die Dringlichkeit hervor, Ökozid nicht nur als Umweltzerstörung zu betrachten. Vielmehr sollte Ökozid als eine spezifische Form der Gewalt, die durch militärische Strategien, wirtschaftliche Abhängigkeiten und rechtliche Schlupflöcher auf ökologische Lebensgrundlagen abzielt, untersucht werden. In Diskussionen wurde thematisiert, wie aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen oft die systemischen Ursachen ökologischer Schäden ignorieren. Auch das Risiko selektiver Durchsetzungsmuster, die Akteure im globalen Süden unverhältnismäßig stark betreffen, war Teil der Debatte.
Das interdisziplinäre Programm umfasste historische und rechtliche Perspektiven, Fallstudien aus Bolivien und Kolumbien sowie Einblicke in die Praxis von Peter Emorinken-Donatus (Bündnis Ökozidgesetz) und Jojo Mehta (Stop Ecocide International). Durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis eröffnete das Kolloquium die Möglichkeit für lösungsorientierte Gespräche über die Stärkung der rechtlichen Rahmenbedingungen gegen Ökozid. Auch die Verankerung von Ökozid in der Kolonialgeschichte, in extraktivistischen Wirtschaftssystemen und globalen Machtstrukturen wurde aufgegriffen.
Die Veranstaltung förderte den kritischen Dialog zwischen Forschenden, Praktizierenden und Aktivist:innen.