Formen: Wandel und Kontinuität politischer Gewalt

Das Forschungs­feld Formen zielt auf die syste­matische Aus­wertungfrag­mentierter Befunde zum historischen und gegen­wärtigen Wandel politischer Gewalt ab. 

Dabei gehen die Forschenden einerseits der Frage nach, wie ein über­greifender Form­wandel politischer Gewalt sich am Beispiel (internationalisierter) Bürger­kriege gewandelt hat. Anderer­seits steht die Rolle globaler Trends, wie techno­logischer Wandel oder Umwelt­veränderung, im Fokus. Ein gemeinsamer Schwerpunkt liegt seit 2026 auf der Erforschung von Gewalt gegen soziale Aktivist:innen.

Die rele­vantesten Pu­blikationen aus dem For­schungs­feld Formen sind auf der Publikations­seite „High­lights“ zusammengestellt.

Der aktuelle Forschungs­schwerpunkt Gewalt gegen soziale Aktivist:innen untersucht die un­terschiedlichen Kontexte und Formen von Unter­drückung und dessen lokale und trans­nationale Dimensionen. Im Mittel­punkt stehen digitale Ge­walt gegen Aktivist:innen sowie ge­zielte Gewalt gegen Menschen­rechts- und Land­verteidiger:innen, indigene Ge­meinschaften und Aktivist:innen für so­ziale Ge­rechtigkeit im Globalen Süden. Die Forschenden un­tersuchen auch Ge­walt im Zusammen­hang mit Kämpfen um zivilen Un­gehorsam bei Öko-Protesten im Glo­balen Norden. Zudem analysieren sie die zu­nehmende Unter­drückung von Protesten, Über­wachung und Ge­walt durch Fortschritte in der di­gitalen Techno­logie, den Ein­fluss globaler Auto­kratisierung und schrumpfende zivil­gesellschaftliche Frei­räume. Die Forschenden be­fassen sich darüber hinaus mit dem Wi­derstand von Aktivist:innen gegen Re­pressionen und wie diese lo­kalen Repressions­akte in breitere globale Trends eingebettet sind.

Der Schwer­punkt des Arbeits­pakets Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt liegt auf der In­ternationalisierung inner­staatlicher bewaffneter Kon­flikte als einer besonders wichtigen gegen­wärtigen Trans­formation politischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei die be­griffliche Schärfung des Phänomens, die Analyse zentraler Muster und Er­klärungen sowie vertiefende Studien zu Militär­interventionen, Stellvertreterkriegen und An­griffen auf zivile Infra­struktur. Zudem nehmen die Forschenden an­grenzende Ver­änderungen bewaffneter Gewalt, etwa die zu­nehmende Ver­wischung von Grenzen zwischen staatlichen und nicht­staatlichen Akteuren, mit in den Blick. 

Das Arbeits­paket Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel untersucht, wie techno­logischer und ökologischer Wandel neue Formen po­litischer Gewalt hervor­bringen und bestehende Gewalt­konstellationen verändern. Im Mittel­punkt steht zum einen die Frage, wie In­formations- und Kommunikations­technologien von Aktivist:innen, Ge­flüchteten und Friedensakteur:innen in Konflikt­kontexten genutzt werden, zugleich aber auch neue Risiken wie di­gitale Gewalt, Einschüchterungs­effekte und wachsende An­forderungen an Datenschutz und Sicherheit erzeugen. Zum anderen analysiert die Forschung, wie umwelt­politische Konflikte, Pro­teste und der steigende Energie- und Ressourcen­bedarf – gerade auch im Zusammen­hang mit kritischen Technologie­materialien – zu neuen Gewaltformen, Repression gegen Aktivist:innen und geo­politischen Spannungen beitragen.