Austausch zur Umsetzung des kolumbianischen Friedensabkommens

Kolumbianische Delegation zu Gast in Berlin zum Stand des kolumbianischen Friedensprozesses

Sicht auf einen langen voll besetzten Tisch in einem hell erleuchteten Raum, mit hohen Fensterfronten im Hintergrund. Die Menschen am Tisch blicken in Richtung Tischende, wo ein Mann gerade spricht.

Am Donners­tag, 20. November 2025 begrüßte die Heinrich-Böll-Stiftung in Kolla­boration mit TraCe, CAPAZ und PRIF eine kolum­bianische Delegation im Stiftungs­zentrum in Berlin, um sich über die Um­setzung des kolumbia­nischen Friedens­abkommens auszutauschen. Die kolumbianische Dele­gation stellte dazu den aktuellen Stand des finalen Friedens­abkommens „Trayec­torias de Paz y Desarrollo“ zwischen der kolum­bianischen Regierung und der FARC-EP-Guerilla nach neun Jahren vor. 

Zu den zentralen Umsetzungs­erfolgen zählte dabei die voll­ständige Umsetzung des Waffen­stillstands und der Ent­waffnung. Dazu zeigte sich in den be­troffenen Gebieten über die Jahre hin­weg eine höhere Zu­versicht der Bevöl­kerung und eine sinkende Wahr­nehmung des bewaffneten Kon­flikts als zentrales Prob­lem. Darüber hinaus nehmen 80 Pro­zent der ehemaligen FARC-Mitglieder an sozialen Projekten teil, weniger als acht Prozent sind nach der Ent­waffnung in Gewalt zurück­gekehrt. 

Die dis­kutierten Heraus­forderungen umfassen fort­bestehende Sicherheits­risiken – rund 500 ehemalige Mit­glieder wurden getötet – sowie ein­geschränkten Zu­gang zu Rechten. Des weiteren benötigen viele Terri­torien lang­fristig intensive Unter­stützung zum Auf­bau stabiler Struk­turen. Dies er­fordert auch eine stärkere Ein­bindung von Ex-Kämpfer:innen in Gemein­den und lokale Governance-Prozesse. Zuletzt verwies die Dele­gation auch auf politische und struk­turelle Spannungen, wie Heraus­forderungen in der Drogen­politik, institutionelle Defizite des Übergangs­justizsystems bei der Durchsetzung von Urteilen sowie eine zunehmende Frag­mentierung bewaffneter Akteure.

Besonders hervor­gehoben wurde außerdem auch die Bedeutung inter­nationaler Kooperation und ins­besondere die zentrale Rolle Deutsch­lands als Unter­stützer des Friedens­prozesses. Die Dele­gation betonte dabei besonders die Bedeutung einer stärken­orientierten Friedens­diplomatie.

Die Reise wurde gemein­sam von vier Organi­sationen getragen: der Kommission zur Über­wachung, Förderung und Über­prüfung der Umsetzung des Ab­kommens (CSIVI), dem Nationalen Rat für die Wieder­eingliederung (CNR), der Such­einheit für Verschwundene (UBPD) und dem Zen­trum für Politischen Dialog und Ana­lyse (CEPDIPO).