Lateinamerika ist ein Hotspot im internationalen Drogenhandel. In der Region finden sich die größten Anbauflächen von Koka und gleichzeitig ist der Subkontinent Transitroute und zunehmend ein Markt für den Konsum illegaler Drogen. In Teilen Lateinamerikas haben nicht-staatliche Gewaltakteure, die eng mit dem internationalen Drogenhandel verbunden sind, ganze Landstriche unter ihrer faktischen Kontrolle und Teile des Staatsapparates unterwandert. Gleichzeitig ist der europäische Drogenhandel eng mit Lateinamerika verzahnt. Der internationale Drogenhandel wird zunehmend als globales Problem wahrgenommen. Dies zeigte sich etwa Anfang 2024 als erst die Bürgermeister der Hafenstädte Hamburg, Rotterdam und Antwerpen und anschließend Bundesinnenministerin Nancy Faeser in die Region reisten, um Möglichkeiten einer engeren Kooperation bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und insbesondere des Drogenhandels auszuloten. Der Vortrag greift die aktuellen Entwicklungen auf und analysiert die jüngsten Tendenzen des internationalen Drogenhandels aus lateinamerikanischer Perspektive mit Fokus auf Kolumbien und Ecuador. Dabei werden Bezüge zum aktuellen Friedensprozess in Kolumbien und zur eskalierenden Gewaltspirale in Ecuador hergestellt sowie mögliche Strategien zur Bekämpfung der organisierten Gewalt und zur Eindämmung der Gewalt diskutiert.
Wann? Donnerstag, 02.05.2024, 18:15 - 20:00 Uhr
Wo? Hörsaal Dr. Abraham Bar Menachem (HS 5), Campus Recht & Wirtschaft, Licher Straße 68, 35394 Gießen
Zur Person: Stefan Peters ist Professor für Friedensforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Direktor des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts – Instituto Colombo-Alemán para la Paz (CAPAZ) mit Sitz in Bogotá sowie Principal Investigator bei TraCe.