Assoziierter Forscher

Von April 2022 bis Mai 2025 leitete ich gemeinsam mit Dr. Annika Elena Poppe die Geschäftsstelle von TraCe. Seit Juni 2025 bin ich Projektleiter für Europa-Themen bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Ich bin Mitherausgeber des für 2026 geplanten Routledge Handbook on Transformations of Political Violence.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (2022–2026)

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), insbesondere soziale Medien wie Twitter, Facebook oder Messenger-Dienste wie Telegram spielen eine immer größere Rolle in politischen Krisen und Konflikten. Spätestens seit dem arabischen Frühling 2011 werden IKT von verschiedenen Akteur:innen genutzt, um sich für Proteste zu organisieren, Kriegspropaganda zu teilen, Desinformationen zu verbreiten oder Aufmerksamkeit zu generieren. In meiner Forschung untersuche ich empirisch, wie IKT in politischen Krisen verwendet werden. Dabei interessieren mich sowohl Risiken als auch Potentiale. Ich möchte den Zusammenhang zwischen Transformationsprozessen und technischen Applikationen näher ergründen und herausfinden, inwiefern sich IKT auf die Transformation politischer Gewalt auswirken.
Forschungsprojekt Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel
Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

An dieser Schnittstelle fokussiere ich mich insbesondere auf Cyber-Sicherheit, neue Formen der Kriegsführung und die Mensch-Computer-Interaktion. Darüber hinaus untersuche ich den Einfluss von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auf politische Konflikte und Transformationen politischer Gewalt. Im Fokus meiner Forschung bei TraCe steht die Anwendung von Methoden und Erkenntnissen aus der Informatik in der Friedens- und Sicherheitsforschung.
Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Der Fokus meiner Forschung liegt auf der konkreten Gewaltpraxis im städtischen Raum. Ich untersuche die Deutung und Praxen politischer Gewalt auf der Straße seit den 1970er Jahren. Insbesondere interessiere ich mich für die historische Wandelbarkeit von konkreten, zeit- und ortsabhängigen Gewaltdynamiken, Proteststrategien und staatliche Interventionen. Anhand von Protestereignissen in europäischen Städten, wie beispielsweise die Brixton Riots, Instandbesetzungen und Großdemonstrationen möchte ich die zentralen Akteur:innen in den Blick nehmen: hierzu gehören neben den Protestierenden auch die Sicherheitskräfte und Zuschauenden sowie die jeweiligen Möglichkeiten und Beschränkungen des städtischen Raums.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt
Principal Investigator

Meine Forschung bei TraCe ist im Bereich transitionaler/transformativer Gerechtigkeit und kollektiver Erinnerung in Kolumbien angesiedelt. Insbesondere interessiere ich mich für die Rechtfertigung vergangener und gegenwärtiger paramilitärischer, aufständischer und staatlicher Gewalt, welche das Ziel verfolgt, Abweichungen von vergeschlechtlichten Normen zu verhindern, ermöglichen oder zu sanktionieren. Ich gehe der Frage nach, inwiefern die komplexen Interaktionen zwischen Gewaltakteur:innen und sozialen Bewegungen (lokal, national, transnational) zu einer gender-vielschichtigen sozialen Ordnung führen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt
Principal Investigator | Direktoriumsmitglied | Co-Sprecher

Meine Forschung untersucht den aktuellen Formwandel politischer Gewalt im Kontext und Nachgang innerstaatlicher Konflikte. Ich interessiere mich für die zunehmende Internationalisierung innerstaatlicher Gewaltkonflikte und die Konsequenzen für politische Gewalt. Darüber hinaus untersuche ich den globalen Trend der „shrinking civic spaces“ und die gezielte, repressive Gewalt gegen soziale Aktivist:innen und zivilgesellschaftliche Akteur:innen. Empirisch lege ich meinen Forschungsfokus auf die spezifischen Dynamiken in Lateinamerika und insbesondere Kolumbien.
Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
Principial Investigator | Stellvertretendes Direktoriumsmitglied

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit „Gewaltgemeinschaften“, deren Rolle bei exzessiver Gewaltausübung sowie historischer Sicherheitsforschung. Im Kontext der Frühen Neuzeit nehme ich spezifische Situationen von Gewalt wie beispielsweise Landfriedensbrüche, Besatzungssituationen und Interventionen fremder Mächte (z.B. im Kontext revolutionärer Umbruchsituationen nach 1790) in den Blick. Dabei interessiere ich mich für Mechanismen der Einhegung von Gewalt, beispielsweise durch rechtliche Institutionen, und aus welchen Gründen dies jeweils gelingt oder scheitert.
Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Meine Forschung konzentriert sich auf innerstaatliche Konflikte sowie islamistische und dschihadistische Akteur:innen in internationalisierten bewaffneten Konflikten. Regional nehme ich Westasien und vornehmlich Syrien in den Blick. Ich befasse mich mit den Strukturen und Institutionen, die diese Akteur:innen (wieder) aufbauen, ihrem Verhalten und ihrer Interaktion mit anderen Gruppen, Zivilist:innen und externen Akteur:innen. Insbesondere ideologische Veränderungen, Gewalt gegenüber Zivilist:innen und Transformationsprozesse interessieren mich. Ich erforsche zudem Möglichkeiten, mit militanten islamistischen Gruppen in Kontakt zu treten, um Konflikte zu deeskalieren.
Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Principal Investigator

Friedliche Konfliktbeilegung hat in den letzten 25 Jahren einen Schub der Internationalisierung und Institutionalisierung erlebt: Einerseits erhalten Peacekeeping-Missionen immer umfangreichere Mandate und Peacebuilding-Aktivitäten stellen inzwischen einen Schwerpunkt der Arbeit internationaler Organisationen und NGOs dar. Andererseits lässt sich aufgrund komplexer Konflikte bei vielen Staaten eine gewisse Interventionsmüdigkeit und eine zunehmende Suche nach lokalen Lösungen beobachten. Meine Forschung bei TraCe knüpft an dieses Spannungsfeld zwischen Internationalisierung und lokalen Lösungen an. Ich beschäftige mich mit den Bedingungen nachhaltiger Friedensschaffung und nehme insbesondere die Rolle internationaler Institutionen in den Blick.
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Principal Investigator

In meiner Forschung betrachte ich aus feministischer Perspektive die komplexen Beziehungen zwischen sich wandelnden Interpretationsmustern und Rechtfertigungen politischer Gewalt anhand von LGBTIQ* im östlichen und südlichen Afrika. Ich diskutiere die vielfältigen kolonialen Kontinuitäten von Anti-LGBTIQ*-Politiken, Gesetzen und Normen sowie deren Interpretationen und Neuinterpretationen. Ich interessiere mich besonders für Veränderungen sozialer Normen, rechtlicher Praktiken und dem Zusammenhang mit politischer Gewalt und der Rolle politischer und religiöser Institutionen und Akteur:innen. Außerdem soll meine Forschung die Kluft zwischen Wissenschaft und Aktivist:innen in den Diskussionen und Diskursen um (strukturelle) Gewalt gegen LGBTIQ* überbrücken und Räume für einen interdisziplinären Austausch schaffen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt
Principal Investigator

Politische Gewalt in (Post-)Konflikt-Settings und die Bearbeitung von vergangener Gewalt in den Bereichen kollektiver Erinnerung und Transitional Justice stehen im Zentrum meiner Forschung bei TraCe. Dabei interessiere ich mich besonders für politische Gewalt in Kontexten extremer sozialer Ungleichheit. Formen und Transformationen politischer Gewalt untersuche ich insbesondere im Zusammenhang mit sozial-ökologischen Konfliktdynamiken in Verbindung mit Rohstoffausbeutung und der Energiewende.
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Principal Investigator | Stellvertretendes Direktoriumsmitglied

Politische Gewalt ist mit der Wirkung normativer Entwürfe auf soziale Identifikationen verwoben. Zwischen Institutionen und individuellen sowie kollektiven Akteure finden Übersetzungen dieser Entwürfe statt, in denen die sozialen und politischen Beziehungen ständig neu verhandelt werden und dabei Temporalität unterliegen: Wie führen konkurrierende Ideen vom 'guten' (oder 'besseren') Leben zu politischen Projekten, die auch mit Gewalt durchgesetzt werden? Und wie gehen Akteure heute mit Konfigurationen um, die auf entsprechender historischer Gewalt beruhen und diese systemisch fortsetzen? Anhand der internationalen und innergesellschaftlichen Aufarbeitungen kolonialer Gewaltsysteme nehme ich das Verhältnis von normativen Diskursen, kollektivem Handeln und Repräsentationen kolonialer Gewalt in den Blick und untersuche, welche Transformationsprozesse sich zeigen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt
Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

In meiner Forschung fokussiere ich mich auf politische Gewalt im Umwelt- und Klimakontext und untersuche die Formen und Mechanismen von Umwelt- und Klimakonflikten. Dabei interessiere ich mich vor allem für die Wechselbeziehungen zwischen Aktivist:innen, staatlichen und nichtstaatlichen repressiven Institutionen und wie diese die Zunahme und Legitimation politischer Gewalt bedingen.
Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Principal Investigator

Mich interessiert, wie und unter welchen Bedingungen sich friedliche Proteste zu gewaltsamen Straßenprotesten entwickelt haben, welche Formen von Gewalt sich beobachten lassen und wie sich diese über die Zeit gewandelt haben. Die Stadt und Straße als Räume konfliktgeladener, politischer Auseinandersetzungen stehen dabei im Vordergrund. Im Rahmen von TraCe möchte ich also herausfinden, inwiefern die räumlichen Gegebenheiten der Stadt Gewalt auf der Straße prägen und Akteur:innen ihre Strategien und Praktiken entsprechend anpassen. Für die Beantwortung dieser Frage lege ich das Hauptaugenmerk auf politische Gewalt in Großstädten des 20. Jahrhunderts.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretationen von Gewalt in der Stadt
Principal Investigator

Als Vertreterin der interdisziplinären Memory Studies interessiere ich mich für das Zusammenspiel von politischer Gewalt und kollektivem Gedächtnis. Die Transformation von politischer Gewalt in Erinnerung erfolgt durch Wahrheitskommissionen, Gedenkkultur, Geschichtsbücher oder Alltagserzählungen. Erinnerung bedeutet allerdings nicht nur Rückblick. Das kollektive Gedächtnis präformiert auch zukünftige Gewaltakte. Ich interessiere mich deshalb für Narrative und Ikonen politischer Gewalt. Ich vergleiche die ‚Nachleben‘ kolonialer Gewalt im Globalen Süden mit verschiedenen postimperialen und postkolonialen Erinnerungskulturen in Europa. Dabei untersuche ich die prägende Rolle der Medienkultur sowie das Auftauchen und Framing von Erinnerungen in den neuen Medien. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse des aktuellen „Historikerstreits 2.0“ und den Debatten um die (Un-)Möglichkeit des Vergleichs von Holocaust und Kolonialismus.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt
Assoziierte Forscherin

In den letzten zehn Jahren sind die Bürgerkriege, die nach den Arabischen Aufständen ausbrachen, von einer zunehmenden Internationalisierung geprägt. Neben „typischen“ Intervenent:innen in der Region, also den USA und ihren westlichen Alliierten, die auf unterschiedlichen Ebenen, mit variierender Intensität und vor allem im Namen der Terrorismusbekämpfung militärisch eingreifen, haben sich andere Akteure als regionale Ordnungsmächte hervorgetan, die ihre Ordnungsziele gewaltsam verfolgen. Sie kooperieren manchmal mit dem „westlichen Konzert“, aber agieren auch unilateral oder in (neuen und wechselnden) regionalen Allianzen. Das im Rahmen von TraCe verfolgte Projekt hat das Ziel zu verstehen, wie das Phänomen militärischer Interventionen durch arabische Staaten in Bürgerkriegen in ihrer Nachbarschaft (in Libyen, im Irak, in Syrien und im Jemen) entstanden ist und wie sie untereinander sowie mit dem Westen Kooperation organisieren.
Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

In meiner Forschung untersuche ich Transformation politischer Gewalt vor allem in Prozessen der Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten. Ich interessiere mich für die sozialen und politischen Dynamiken von Wandel, insbesondere im Hinblick auf demografische Gruppen wie Frauen und Mädchen, Opfer oder Täter:innen sowie für verschiedene Vorstellungen von Gerechtigkeit. Meine Forschung soll ein in Post-Konflikt-Kontexten situiertes und lokalisiertes Transformationsverständnis stärken und dadurch vereinfachte globale, allgemeingültige Lösungen in Frage stellen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Mein Forschungsschwerpunkt innerhalb der Internationalen Beziehungen und Friedens- und Konfliktforschung umfasst vor allem feministische Perspektiven, (Post-)Konflikt Settings und die Transformation sozialistischer Gesellschaften. Einen regionalen Schwerpunkt lege ich in meiner Forschung auf Asien und nehme Nord- und Südkorea sowie Vietnam in den Blick. Bei der Erforschung politischer Gewalt interessiere ich mich vor allem für theoretische, methodische und epistemologische Innovationen sowie die Veränderung politischer Gewalt im Zusammenhang mit der Gender-Dimension.
Forschungsfeld Synergien: 4.2 Theoretische Innovationen
Principal Investigator

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit diskursiven Manifestationen politischer Gewalt und Narrativen, die Gewalt legitimieren und rechtfertigen. Anhand des aktuellen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine nehme ich neben der Appelierungsrhetorik Zelenskys auch Putins Propaganda sowie die öffentliche Repräsentanz von Sprache in der Kriegssituation in den Blick und identifiziere zentrale Diskursstrategien wie beispielsweise Geschichtsverfälschungen zur Rechtfertigung und Erklärung der Gewalt. In diesem Zusammenhang interessiere ich mich besonders für die Vielschichtigkeit des Verhältnisses von Gewalt und Sprache und frage, inwiefern Sprache einerseits als Medium der Gewalt fungiert, selbst eine Form von Gewaltausübung darstellt – beispielsweise durch hate speech – oder den Austausch über Gewalt ermöglicht.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Im Zentrum meiner Forschung steht politische Gewalt im Zusammenhang mit Umwelt- und Klimakonflikten rund um den Abbau natürlicher Ressourcen. Neben den Beziehungen zwischen Land- & Umweltverteidiger:innen sowie Aktivist:innen und repressiven Institutionen interessiere ich mich für Mechanismen und Prozesse, die mit Radikalisierung und Terrorismus in diesem Kontext verbunden werden.
Ziel meiner Forschung ist ein tiefgreifenderes Verständnis der Hintergründe von Gewalttransformationen sowie die Entwicklung von Strategien zur Prävention und Eindämmung politischer Gewalt im Kontext von Umweltkonflikten.
Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Wissenschaftliche Koordinatorin

In den vergangenen vier Jahren habe ich den operativen Wissenstransfer aufgebaut und verantwortet – von Medienarbeit, Publikationen und digitalen Formaten bis hin zu Dialogveranstaltungen mit Zivilgesellschaft, Politik und Journalismus. Als wissenschaftliche Koordinatorin leite ich nun gemeinsam mit Annika Elena Poppe die Geschäftsstelle des Verbunds und verantworte die strategische Weiterentwicklung von Wissenschaftskommunikation und Dialog. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Verfestigung etablierter Kooperationen und regionaler Netzwerke sowie auf der Planung zukünftiger Forschungs- und Transferaktivitäten, auch mit Fokus auf Finanzierungsperspektiven. Darüber hinaus koordiniere ich verbundübergreifende Austauschformate sowie das Fellowship-Programm und begleite zentrale Prozesse der internen Organisation.
Principal Investigator

Gibt es spezifisch urbane Formen politischer Gewalt? Welche strategische Rolle spielt die bauliche Gestalt einer Stadt bei der Ausübung und Einhegung politischer Gewalt? Welche Rolle spielt die soziale und kulturelle Heterogenität urbaner Räume? Ich verstehe große Städte (nicht nur) der westlichen Welt als Zentren neuer translokaler, netzwerkartiger Gewaltpraktiken. Dies gilt sowohl im Kontext von Kriegen, Terrorismus und gewalttätigen Protesten, die Städte als vulnerable infrastrukturelle und soziokulturelle Knotenpunkte sowie Orte hoher medialer Aufmerksamkeit nutzen, als auch im Kontext der verstärkten Überwachung öffentlicher Räume. Im Rahmen von TraCe untersuche ich städtische Straßen und Plätze, an denen in den letzten Jahren islamistische Terroristen mit LKW/Lieferwagen tödliche Anschläge auf Passant:innen verübt haben (Nizza 2016, Berlin 2016, London 2017, Stockholm 2017 und Barcelona 2017).
Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt
Principal Investigator

Im Zuge der Finanzialisierung von Land und der allgemeinen Industrialisierung ländlicher Räume werden ländliche Bevölkerungsgruppen in den letzten Jahrzehnten gewaltvollen Transformationsprozessen ausgesetzt. In meiner Forschung interessiere ich mich für die neuen Formen von Gewalt im ländlichen Raum, die sich während dieser Transformationen ereignen und jenen, die sich als Reaktion darauf herausbilden. Einerseits schaue ich mir dabei die Akteur:innen beider Lager an: die Investor:innen, Regierungen und internationalen Organisationen, die hinter diesen Transformationen stecken, und die sozialen Bewegungen, die sich dagegen wehren. Andererseits interessiere ich mich aber auch für die Tendenz im ländlichen Raum, ökologischen und ökonomischen Krisen mit autoritären und reaktionären Mitteln zu begegnen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt
Principal Investigator

Mein Hauptforschungsinteresse gilt der Produktivität von Konflikten. Dabei bin ich vor Allem daran interessiert zu verstehen, wie sich Konflikte, einschließlich gewaltsamer Konflikte, auf inter- und transnationale Ordnungen auswirken. Politische Gewalt hat nicht nur die Entwicklung des modernen Nationalstaats auf dem europäischen Kontinent vorangetrieben, sondern auch die Gestaltung internationaler Institutionen und Werte beeinflusst. Man denke nur an die Gründung der Vereinten Nationen als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg. Ich interessiere mich dafür, wann und wie dies geschieht.
Forschungsfeld Institutionen: 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit Prozessen der Bedeutungszuschreibung historischer Gewalt und mit den Umständen und Folgen von Deutungen von Gewalt in postkolonialen Beziehungen. Ich untersuche Repräsentationen, Narrative und politische Aktionen, die sich mit kolonialen Gräueltaten auseinandersetzen anhand des Völkermords im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika (1904-08) und des Majimaji-Kriegs im ehemaligen Deutsch-Ostafrika (1905-07). Ich interessiere mich für Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Interpretation dieser Verbrechen und welche Rolle dies im unterschiedlichen lokalen und internationalen Umgang mit den historischen Geschehnissen spielt. Darüber hinaus nehme ich den Einfluss und die Rolle zivilgesellschaftlicher und politischer Akteur:innen auf die speziellen Deutungsmuster in den Blick.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt
Principal Investigator

Forschungsfeld Synergien: 4.1 Sprache und Sprachwandel politischer Gewalt | 4.3 Pazifizierung oder Transformation?
Principal Investigator | Stellvertretendes Direktoriumsmitglied

Seit langem interessiere ich mich für Theorien und Methoden der Friedens- und Konfliktforschung sowie für kritische Sicherheitsforschung. Derzeit beschäftige ich mich mit Praktiken der internationalen Verwaltung in postkolonialen und Nachkriegsgesellschaften, mit dem gesellschaftlichen Umgang mit vergangener Massengewalt und mit sexuellen und reproduktiven Rechten als globalem Konfliktfeld. Methodisch verwende ich theorienorientierte und fallvergleichende Forschungsdesigns mit Schwerpunkt auf Zentral- und Südostasien (insbesondere Kambodscha und Osttimor).
Forschungsfeld Synergien: 4.2 Theoretische Innovationen
Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

Ich beschäftige mich in meiner völkerrechtlichen Forschung mit der Einhegung von bewaffneter Gewalt in den internationalen Beziehungen. Dabei spielt für mich neben dem ius ad bellum das ius in bello (häufig verkürzt auch als humanitäres Völkerrecht bezeichnet) eine zentrale Rolle. Durch Forschung zu Rechtsfragen in der Rüstungskontrolle versuche ich einerseits einen Beitrag zur Stärkung der Normen gegen chemische und biologische Waffen zu leisten. Andererseits nehme ich eine völkerrechtshistorische Perspektive ein, um Rechtsfragen kollektiver Sicherheit ebenso wie solche der Tatsachenermittlung in bewaffneten Konflikten thematisieren zu können.
Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt | 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

In meiner Forschung möchte ich auf die Entwicklung hin zu innerstaatlichen internationalisierten Konflikten und nicht-staatlichen Konflikten reagieren, indem ich die teils überkommenen institutionellen Regelungen in der Einhegung und Legitimation politischer Gewalt untersuche. Hierbei ermöglicht mir eine postkoloniale Perspektive auf transformative Gerechtigkeit, globale Verflechtungen und historisch bedingte Ungleichheit in Konflikten zu betrachten. Gleichzeitig werden so innergesellschaftliche Auswirkungen und Lösungspotentiale auf lokaler Ebene greifbar. Letztlich ist es mein Ziel durch die Forschung zu transformativer Gerechtigkeit dazu beizutragen, dass die Entstehung und Ausübung politischer Gewalt als komplexes gesellschaftliches Phänomen für die internationalen Institutionen der Konfliktbeilegung greifbar wird.
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Principal Investigator

Meine Forschung nutzt quantitative Verfahren, um die Dynamik bewaffneter Konflikte besser zu verstehen und darstellen zu können. Dabei interessieren mich vor allem drei Themenkomplexe: Wann und mit welchen Ergebnissen erfolgen externe Interventionen und Friedensprozesse in innerstaatlichen Konflikten? Welche Auswirkungen haben Gewalterfahrungen auf individuelle Identität, Einstellungen und Verhalten? Wie können wir Daten bestmöglich auswerten, um diese Phänomene genauer zu verstehen?
Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Ich untersuche den Aufbau des internationalen Rechts im 19. Jahrhundert und insbesondere die internationalen Jurist:innen und ihren Beitrag in den Außenministerien (Preußen/Deutschland, Österreich, Frankreich, Russland, etc.). Ich möchte einen Einblick geben, wie diese Völkerrechtler:innen zur Verrechtlichung der internationalen Beziehungen und zur Rechtfertigung externer Interventionen aus einer globalen Perspektive beigetragen haben.
Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt | 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Assoziierter Forscher

Die tödlichsten und destabilisierendsten Kriege der Geschichte haben sich alle aus anfänglichen Zusammenstößen zwischen den mächtigsten Militärmächten der Welt und ihren weitaus schwächeren Nachbarn entwickelt (z. B. Österreich-Ungarn gegen Serbien im Jahr 1914). Russlands Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 und die drohende Kriegsgefahr zwischen China und Taiwan zeigen deutlich, dass ein systematisches und fundiertes Verständnis von militärischen Konflikten zwischen ungleichen Nachbarn nach wie vor wichtig ist. In meiner Forschung will ich deshalb aufzeigen, wie sich ungleiche Nachbarn von anderen Staatenpaaren in der internationalen Politik unterscheiden. Hierfür systematisiere ich die Muster von Krieg und Frieden zwischen ihnen und gehe den Ursachen dieser Muster nach.
Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
Forschungsfeld Synergien: 4.3 Pazifizierung oder Transformation?
Assoziierte Forscherin

Medienkultur- und Erinnerungskulturforschung verstehe ich als eine Form der gegenwärtigen Gesellschaftsanalyse. Insbesondere interessiere ich mich für die ambivalente Rolle und transformativen Potenziale von alten und neuen Medien in der Hervorbringung und Vernetzung von medialen (Gegen-)Öffentlichkeiten. Dabei nehme ich eine kritische postkoloniale-feministische Perspektive ein und beziehe mich auch auf die soziale Bewegungsforschung, um die Transformationen von Erinnerungsdiskursen und Erinnerungsräumen für marginalisierte Gruppen im Globalen Süden zu untersuchen. Der regionale Fokus meiner Fallstudien liegt auf den Verschränkungen von gesellschaftlicher Erinnerung, Medienkultur und (der Interpretation von) politischer Gewalt in Brasilien.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit den wechselseitigen Beziehungen zwischen politischer Gewalt und städtischen (öffentlichen) Räumen. Mich interessiert dabei, wie städtische Räume durch Gewalttaten materiell, symbolisch und in Bezug auf soziale Praktiken transformiert werden. Weiter untersuche ich, wie diese städtischen Räume von Akteur:innen unterschiedlich interpretiert werden, welche verschiedenen Vorstellungen und Konstruktionen von öffentlichen Räumen dabei relevant gemacht werden sowie die verschiedenen Formen der Erinnerung an diese Gewalttaten. Damit möchte ich insgesamt einen Beitrag zur Raumanalyse von politischer Gewalt leisten.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt
Assoziierter Forscher

In meinem geplanten Forschungsprojekt „Ordering Violence" beschäftige ich mich mit der Frage, inwieweit sich in der Moderne (~1789 bis heute) Transformationen der begrifflichen sowie normativen Ordnung(en) politischer Gewalt feststellen lassen. Dabei geht es insbesondere darum, die Wahrnehmung von Gewalt im Rahmen einer modernen Genealogie des Krieges und seiner Rechtfertigung zu ordnen. In dieser Genealogie werde ich Veränderungen und Kontinuitäten rekonstruieren und untersuchen, wie politische Gewalt in der Moderne begrifflich und normativ geordnet wurde. Ziel des Forschungsvorhabens ist es deshalb nicht nur die in diesem Ordnungsprozess zentralen Definitionen, Konzepte und Narrative, sondern auch diskursive Brüche, Kontinuitäten und Kontingenzen jenseits einer einfachen Dichotomoie von „alt“ und „neu“ zu rekonstruieren.
Forschungsfeld Synergien: 4.1 Sprache und Sprachwandel | 4.3 Pazifizierung oder Transformation?
Assoziierte Forscherin

Die Beziehung zwischen politischer Gewalt, Erinnerung sowie Mobilität steht im Mittelpunkt meiner Forschung. Theoretisch stütze ich mich dabei auf die Erinnerungsliteratur und gehe der Frage nach, wie eine traumatische Vergangenheit, die von politischer Gewalt, Vertreibung und Exil geprägt ist, heute erinnert und interpretiert wird. Dies untersuche ich am Beispiel politischer Exilant:innen aus der Türkei, die nach dem Militärputsch 1980 in der Türkei fliehen mussten. Die Beziehung zwischen Erinnerung und Mobilität untersuche ich auch anhand der Art und Weise wie die Erinnerungen an Trauma und Gewalt der Exilant:innen in den neuen Raum übertragen werden, dort artikuliert werden und sich mit einer neuen Erinnerungskultur verbinden.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt
Drittmittelreferent

Als Drittmittelreferent stimme ich mich mit dem Fördergeber ab, rufe Mittel ab und erstelle Nachweise sowie Berichte. Ich kontrolliere die Mittelverwendung und plane gemeinsam mit den Kolleg:innen aus der wissenschaftlichen Koordination das Budget. Meine Aufgaben umfassen die Überwachung der finanziellen Abläufe und die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Verwendung der Fördermittel für das TraCe-Projekt. Ich bin verantwortlich für die Einhaltung aller relevanten Vorschriften und die effiziente Verwaltung des Projekts.
Wissenschaftliche Koordinatorin

Als wissenschaftliche Koordinatorin leite ich die Geschäftsstelle von TraCe – seit April 2026 gemeinsam mit Tina Cramer – und verantworte die gemeinsame Forschungsplanung und strategische Weiterentwicklung des Zentrums. Zu meinen Kernaufgaben gehören die Koordination der Planungen zur nachhaltigen Etablierung von TraCe, die Kommunikation mit allen Partnern sowie die Leitung und Betreuung des Programms zur Förderung von Early Career Researchers (ECRs). Ich verantworte die Qualitätskontrolle und das Budget des Verbunds sowie die Teamführung und Personalentwicklung innerhalb der Geschäftsstelle. Weitere Schwerpunkte meiner Arbeit liegen in der Herausgabe der TraCe-eigenen Working-Paper-Reihe, der Koordination des Außenauftritts von TraCe sowie in der weiteren strategischen Vernetzung unseres Forschungsverbunds, etwa durch die Assoziierung weiterer Wissenschaftler:innen.
Assoziierte Forscherin

Ich fokussiere mich dabei auf die Aufarbeitung dieser Gewalt im modernen, postkolonialen Siedlerstaat. Konkret geht es mir vor allem um Indigene Frauen, die an einer Schnittstelle von mehreren Gewaltdimensionen leben, insbesondere in Bezug auf gender und race. Ich interessiere mich für die Auswirkungen, die die United Nations Declaration on the Rights of Indigenous People (UNDRIP) auf den politischen Diskurs hat, wie Rechts- und Politikprozesse davon beeinflusst werden, und ob bzw. inwieweit sich die Lebensrealitäten von Indigenen Frauen daraufhin verändern.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt
JLU Gießen | September – November 2025, September 2023

Meine Forschung umfasst drei große Bereiche: Erstens interessiere ich mich für Waffenhandel und die Politik des Waffentransfers, insbesondere den Schutz der Menschenrechte, Exportkontrollen, die Verantwortung von Unternehmen und Sorgfaltspflichten. Zweitens befasse ich mich mit der Regulierung globaler öffentlicher Güter durch Privatrecht, einschließlich strategischer Rechtsstreitigkeiten und der Widerstandsfähigkeit von Lieferketten. Schließlich forsche ich zur Rechtsgeschichte und konzentriere mich dabei auf die Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Völkerrecht. Während meines Fellowships untersuche ich die europäische Rüstungspolitik unter dem Blickwinkel der Rechenschaftspflicht.
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Assoziierter Forscher

Das übergeordnete Ziel meiner Forschung ist es, die Art und Weise der (Nicht-)Anerkennung der politischen Gewalt der Militärdiktatur in der jüngsten demokratischen Periode im brasilianischen Staat zu erfassen. Von besonderem Interesse in diesem Prozess sind die Strukturen, die die Aufnahme der Stimme der Überlebenden in die offizielle Geschichtsschreibung des Landes ermöglichten und bedingten. Ich möchte zeigen, wie die verschiedenen institutionellen Mechanismen des brasilianischen Übergangs ein unterschiedliches Maß an Beteiligung, Veröffentlichung und Vertrauen auf die Aussagen der Opfer staatlicher Gewalt bei der Konstruktion der juristischen und historischen Wahrheit ermöglichten.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt
PRIF | September & November 2023

Zu meinen Forschungsinteressen gehören räumliche Ansätze für Frieden und Friedenskonsolidierung, transitional justice, Erinnerungspolitiken, Normen in der IR sowie der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Frieden. Im Verbundprojekt "Politics of Memory and Cultural Heritage of War", gefördert vom Schwedischen Forschungsrat, untersuche ich die Erinnerungspolitik in Gesellschaften mit gewaltsamen Vergangenheiten. Die Forschungsergebnisse aus Zypern, Ruanda und Bosnien-Herzegowina zeigen, wie stark die Erinnerungen an vergangene Gewalt die Qualität des Friedens in der Gegenwart beeinflussen. Darüber hinaus setzte ich mich im Rahmen des Forschungsprojekts "Troubling Testimonies" mit den Kriegszeugnissen von Frauen aus Bosnien-Herzegowina, Ruanda, Sri Lanka und Syrien/Irak auseinander mit dem Ziel, das Wissen über den Krieg zu vergeschlechtlichen. Aufbauend auf meiner Forschung zu UNSCR 1325 sowie Frauen, Frieden, Sicherheit und Normen, untersuche ich zuletzt den Backlash auf die WPS-Agenda.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt | 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt
GU Frankfurt | September & Oktober 2023, Oktober & November 2024

In meiner Hauptforschung betrachte ich die Interaktion zwischen Bürgerkriegsparteien: Zunächst untersuche ich, wie ein „Versumpfung“ aus der Interaktion zwischen den Kriegsparteien entstehen kann. Ich betrachte zudem Entscheidungen in der Kriegsführung und konzentriere mich dabei auf das Verhalten der Bündnisse und die operativen Ziele der Kämpfe. Abschließend untersuche ich Faktoren individueller Handlungen in Gruppenkonflikten. Mein empirischer Schwerpunkt liegt im Nahen Osten, insbesondere im Libanon und in Syrien. Bei TraCe werde ich (1) Bürgerkriegsursachen von 1990 bis 2000 und 2001 bis heute vergleichen sowie (2) einen für mich neuen Kontext betrachten: Anhand von Daten meiner neuen Meinungsumfrage in Finnland werde ich untersuchen, welche nationalen und internationalen Sicherheitsreaktionen auf mögliche russische Angriffe nach der Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 sich Bürger*innen erhoffen.
Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
TU Darmstadt | Oktober – Dezember 2023

In meiner Forschung untersuche ich Umweltkonflikte und setze mich mit Fragen der Friedensforschung, Partizipation sowie Gender in Kolumbien auseinander. Da ich in Kolumbien in dem langjährigen bewaffneten Konflikt lebe, interessiere ich mich besonders für marginalisierte Personen wie Frauen, LGBTIQ+-Menschen oder ethnische Gruppen, die sich lokal und friedlich gegen die politische Gewalt wehren. Dabei ist es mein Ziel sowohl als Wissenschaftlerin wie auch durch praktische Friedensarbeit einer neuen Generation Raum für kritisches Nachdenken und Handeln zu geben. Während meines Forschungsaufenthalts bei TraCe werde ich mich deshalb den Verbindungen zwischen Bergbau und Umweltkonflikten sowie den jüngsten Streiks in Kolumbien widmen und mit qualitativen Methoden besonders die Rolle von Frauen, LGBTIQ+ und Technologie untersuchen.
Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel
Assoziierte Forscherin

In meiner Forschung gehe ich der Frage nach, inwieweit Mechanismen der Übergangsjustiz sowie friedensfördernde Maßnahmen in der Lage sind, den Zusammenhang zwischen politischer Gewalt und rassistischen, geschlechtsspezifischen sowie klassenbasierten Hierarchien zu bearbeiten. Dabei basiert meine Arbeit auf einer feministischen Forschungsphilosophie, die die Situiertheit des Wissens betont und darauf abzielt, ethische Solidarität zwischen aktivistischen und akademischen Netzwerken der Wissensproduktion aufzubauen. Ich lege besonderen Fokus auf die Transformationshorizonte marginalisierter sozialer Akteure in friedensbildenden Szenarien – indigene und afrikanischstämmige Gruppen, sowie Frauen und LGBTQ+ –, die den epistemologischen Rahmen der liberalen Moderne überschreiten.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt
Assoziierte Forscherin

In meiner Forschung befasse ich mich mit innerstaatlichen Konflikten, wobei mein Fokus insbesondere auf Friedensverhandlungen, Konfliktinterventionen und Nonviolent Action im Kontext von Gewaltkonflikten liegt. Ich forsche überwiegend quantitativ, unter der Verwendung von Methoden wie Panelregressionen, IRT-Modellen und Überlebenszeitanalysen. Im Rahmen von TraCe untersuche ich die Internationalisierung innerstaatlicher Konflikte als einen größeren Trend der Transformation politischer Gewalt. Ich interessiere mich besonders dafür, wie sich Umfang und Form von Interventionen und externer Unterstützung in innerstaatlichen Konflikten im Laufe der Zeit verändert haben und wie dies den Verlauf und Ausgang dieser Konflikte beeinflusst.
Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
Referentin Wissenstransfer

Seit Juni 2025 unterstütze ich im TraCe Wissenstransfer die Forschenden dabei, ihre Forschungsergebnisse in Politik, Medien und gesellschaftlichen Debatten sichtbar zu machen. Ich bin verantwortlich für die digitale Kommunikation auf der Webseite und den Social Media Kanälen, Medienarbeit, das Layout der Publikationsreihen und die Redaktion der Policy Briefs. Außerdem arbeite ich konzeptionell an den verschiedenen Transferformaten mit einem Schwerpunkt auf politischen Akteur:innen. Ich interessiere mich für verschiedene Konzepte und Formate im Austausch mit zivilgesellschaftlichen und politischen Zielgruppen. Insgesamt ist mir dabei ein dialogisch orientierter Wissenstransfer wichtig.
Studentische Mitarbeiterin

Als studentische Hilfskraft der Zentrumskoordination leiste ich Unterstützung bei organisatorischen, inhaltlichen und redaktionellen Aufgaben. Zu meinen Tätigkeiten gehört die Erstellung und Pflege von Datenbanken, darunter der TraCe-Kalender, sowie die redaktionelle Vorbereitung des internen Newsletters.
Assoziierte Forscherin

Meine Forschung konzentriert sich auf die Schnittstelle von Mensch und Informationstechnologie und analysiert dabei einerseits staatliche Visionen zukünftiger Interaktionen zwischen menschlichen Akteuren und Künstlicher Intelligenz. Dabei interessiere ich mich dafür, wie entsprechende Innovationspolitiken, unter Rückgriff auf konventionelle Verständnisse über die Mensch-Computer-Interaktion, zur Geopolitisierung von Technologien aber auch Produktion ontologischer Sicherheit beitragen. Andererseits wird der Blick auf die Mikroebene gelegt und technologisch vermittelte Praktiken, die gewaltvoll wie auch friedensfördernd wirken, untersucht. Die Analyse von Krisenszenarien fokussiert sich hierbei besonders auf Falschinformationen und informelle Selbstorganisation in den Sozialen Medien und fragt auch nach designorientierten Implikationen.
Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel
PRIF | Juni & Juli 2024

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit der Einschränkung von politischen sowie bürgerlichen Rechten in Fällen von organisierter Gewalt und nichtstaatlicher Herrschaft. In diesem Sinne lässt sich meine Arbeit an den Schnittstellen von Demokratisierungsforschung, Forschung zu krimineller und politischer Gewalt sowie krimineller Herrschaft (criminal governance) und politischen Institutionen verorten. Zudem interessiere ich mich für die Transformation politischer Gewalt im Nachgang von autoritären Regimen und/oder bewaffneten Konflikten. Bei TraCe knüpfe ich an meine Forschung mit Jonas Wolff zu den Mustern und Ursachen von Gewalt gegen soziale Aktivist:innen an. Dabei entwickeln wir frühere Forschungen zur politischen Logik von Gewalt nach Konflikten, insbesondere der Ermordung von Anführer:innen sozialer Bewegungen in Kolumbien, weiter.
Forschungsfeld Formen: 1.1.Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
PRIF | Juli 2024 – Januar 2025

Während meines Fellowships bei TraCe möchte ich die Gründe für die Zunahme von Lynchjustiz in Indien untersuchen. Mein besonderes Interesse gilt dabei den Jahren seit 2014, als die rechtsgerichtete Regierung an die Macht kam. Ich möchte die Muster und die Symbolik verstehen, die das notwendige Umfeld für die Entstehung und das Fortbestehen solcher Taten in einer säkularen und demokratischen Gesellschaft schaffen. Bei TraCe werde ich den Raum des digitalen Indiens untersuchen, der von der rechtsgerichteten Regierung genutzt wird, um die Gesellschaft ideologisch zu unterwandern. Da Indien allmählich zu einem wichtigen Akteur im globalen Machtgefüge aufsteigt, wird es interessant sein zu sehen, wie diese internen Entwicklungen mit den Anforderungen eines liberalen westlichen Wertesystems verhandelt werden.
Forschungsfeld Formen: 1.1.Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1. Deutung von Gewalt
Forschungsfeld Synergien: 4.2 Theoretische Innovation
Assoziierte Forscherin

Seit Sommer 2023 arbeite ich mit meinem Projekt „Konflikt und Kunst: Das transformative Potenzial ästhetischer Praktiken“ am PRIF als Teil des Programmbereichs „Lokale Friedensordnungen“. Mich interessiert die theoretische und künstlerische Auseinandersetzungen mit politischer Gewalt, wobei ich mich auf dekoloniale Perspektiven konzentriere und die Produktion und den Transfer von Wissen in akademischen und künstlerischen Kontexten kritisch hinterfrage. Mein Ziel ist es künstlerisches und akademisches Wissen zu politischer Gewalt zusammen zu bringen und einer breiten Öffentlichkeit Zugang dazu zu ermöglichen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt
Forschungsfeld Synergien: 4.3 Pazifizierung oder Transformation?
GU Frankfurt | Oktober – Dezember 2024, Juni & Juli 2025

Ich bin ein in den USA lebender Schriftsteller und Aktivist, der sich seit Jahrzehnten für die Anerkennung und Entschädigung im Zusammenhang mit dem Genozid an den OvaHerero und Nama (1904-08) einsetzt. Während meines Fellowships werde ich nicht-schriftliche Erinnerungen des OvaHerero-Volkes sammeln und Bildungsmaterialien zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes von 1904-08 entwickeln. Ich hoffe, dass ich mich an Bildungsaktivitäten beteiligen kann, um deutsche Forscher:innen für die Perspektiven der Aktivisten und Nachfahren der Opfer des deutschen Kolonialismus und Genozid in Namibia zu sensibilisieren.
Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Unter Berücksichtigung von Konzepten wie Schuld, Verantwortung oder Wahrheit analysiere ich, wie Narrative unsere Wahrnehmung und Einordnung von Gewalt, die Zuschreibung von Verantwortung sowie Aufarbeitungs- und Versöhnungsprozesse prägen. Meine Forschung ist multiperspektivisch und interdisziplinär angelegt. Durch Verknüpfung theoretischer wie empirischer Methoden, insbesondere ethnographischer Ansätze, Interviewforschung und narrativer Analysen, beleuchte ich die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen privaten, öffentlichen und offiziellen Erzählungen über gewaltsame Ereignisse und staatliche Repression. Dabei arbeite ich die Vielstimmigkeit von Gesellschaften und die Komplexität sozialer Praktiken im Kontext von politischer Gewalt heraus.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt
Studentische Mitarbeiterin

Als studentische Hilfskraft im TraCe Wissenstransfer unterstütze ich vor allem die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Forschungszentrums. Zu meinen Aufgaben gehören die Betreuung der Webseite und sozialen Netzwerke. Hier bewerbe ich TraCe-Veranstaltungen oder Publikationen, berichte über vergangene Aktivitäten und unterstütze die Wissenschaftler:innen in der Sichtbarmachung ihrer Arbeit.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

In meiner Forschung untersuche ich die Art und Weise, wie sich Ex-Kombattant:innen in Post-Konflikt-Gesellschaften politisch wiedereingliedern. Insbesondere interessiere ich mich für die Auswirkungen dieses Prozesses auf die Politik und Parlamente innerhalb Teilen eines Landes, mit besonderem Schwerpunkt auf Kolumbien. Meine Arbeit basiert auf dem Mixed-Methods-Ansatz, einschließlich quantitativer Analysen, Video-Ethnographien und geographischer Analysen von Wahlen. Darüber hinaus habe ich mehrere Forschungsprojekte entwickelt, die darauf abzielen, die Rolle der Musik in den internen Sozialisierungs- und Propagandaprozessen legaler und illegaler bewaffneter Gruppen zu verstehen.
Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Philipps-Universität Marburg | Januar – März 2025

Meine Forschung ist an der Schnittstelle von Friedensforschung, Entwicklungsforschung und Internationalen Studien mit Blick auf deren geschlechtsbezogene Implikationen angesiedelt. Vor diesem Hintergrund habe ich zu post-genozid Transformationen, transregionalen Beziehungen und dem normativen Unterbau globaler Politik gearbeitet. Während meines TraCe Fellowships werde ich mich mit Friedensbestrebungen aus einer feministisch-internationalen Perspektive beschäftigen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt
Assoziierte Forscherin

Dabei frage ich erstens, wie Gewalt zeitgenössisch thematisiert oder verschwiegen wurde, zweitens, welche Rolle sie im Übergang zwischen Kolonialmächten und in der Dekolonisation spielte, und drittens möchte ich herausfinden, wie das Thema koloniale politische Gewalt heute zu erforschen und zu erzählen ist. Im Fokus stehen für mich dabei die Gewaltgeschichten von Objekten und human remains, die bis heute in europäischen Sammlungen zu finden sind. Auch Fragen nach Restitution und Reparationen nehme ich im Hinblick auf die Thematisierung von politischer Gewalt näher in den Blick.
Forschungsfeld Interpretationen
Principal Investigator | Co-Sprecherin

In meiner Forschung interessiere ich mich zum einen dafür, welche Schritte der Diskriminierung, Stigmatisierung und Exklusion von Personen und von Personengruppen der Ausübung von politischer Gewalt in einer Gesellschaft vorausgehen müssen. Zum anderen beschäftige ich mich mit der Bedeutung von Wissen für die gesellschaftliche Rahmung, Bewertung und Bewältigung von Gewalt.
Forschungsfeld Interpretationen
Philipps-Universität Marburg | Mai 2025

In meiner Forschung befasse ich mich mit den Themen Land, Arbeit, Klasse, Kapitalismus, Entwicklung, Ressourcen und Indigenität mit besonderem Schwerpunkt auf Indonesien. Mein letztes Buch Plantation Life: Corporate Occupation of Indonesia's Oil Palm Zone (Duke University Press, 2021), das ich gemeinsam mit Pujo Semedi (Universitas Gadjah Mada) verfasst habe, untersucht die Gewalt, die mit der Infrastruktur der indonesischen Plantagenzone zum Gewinn von Palmöl verwoben ist. Nachdem die Farmen und Wälder der ehemaligen Landbesitzer:innen zerstört und durch riesige Palmenplantagen ersetzt wurden, ist eine andere Art von Gewalt entstanden – die Gewalt, unter der Besatzung von Unternehmen zu leben. Während meines Aufenthalts bei TraCe werde ich einen öffentlichen Vortrag halten und einen Artikel schreiben. In dem Artikel untersuche ich, wie Menschen, die mit dieser Gewalt leben, sie verstehen und darauf reagieren. Dabei setze ich eine Analyse der (Un-)Gerechtigkeit in Gang, die sich deutlich von der Perspektive unterscheidet, die Außenstehende wie ich mitbringen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt
PRIF | Juni & Juli 2025

Ob als Behauptung während der Massengewalttaten oder im Nachhinein in der Erinnerung und Anerkennung, der Völkermord ist zu einem Begriff mit talismanischer Kraft und stigmatisierender Aura geworden. Aus diesem Grund wird er als das „Verbrechen der Verbrechen“ bezeichnet. Als Wissenschaftler verfolge ich einen konstruktivistischen Ansatz in Bezug auf solche Normen und Hierarchien, um zu hinterfragen, wie und warum sie entstanden sind, wessen Interessen sie dienen und welche Anziehungskraft sie haben. In Frankfurt möchte ich diese Forschungsrichtung fortsetzen, indem ich mit Kolleg:innen an Fragen des Genozids und der kolonialen Erinnerung arbeite.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt
Goethe-Universität Frankfurt | Juni & Juli 2025

Meine Forschung konzentriert sich auf Transitional Justice, Friedenskonsolidierung nach Konflikten, internationale Normdynamiken, Erinnerungspolitik sowie internationales Strafrecht und internationale Gerichte. Ich habe diese Themen in zwei Forschungsprojekten untersucht: (1) Im Rahmen des vom Social Sciences and Humanities Research Council of Canada (SSHRC) finanzierten Forschungsprojekts „Framing Atrocity: The Politics of Local Transitional Justice“ habe ich untersucht, wie dominante Narrative über Gräueltaten die lokalen Praktiken der Wahrheitsfindung und Erinnerung in Kambodscha und Mosambik prägen und begrenzen. (2) Im Kontext des vom SSHRC finanzierten Forschungsprojekts „Norm Circulation in Southeast Asia: How Local Ideas and Solutions Travel On“ analysiere ich, wie lokale Akteure globale Normen aktiv anpassen und in Praxis umsetzen. Dabei untersuche ich insbesondere, wie sie den Selbstschutz der Zivilbevölkerung in Südthailand sowie die Bemühungen um Übergangsjustiz in Kambodscha unterstützen - und dabei ihre eigenen Lösungen für diese Dilemmata weitervermitteln.
Forschungsfeld Institutionen: 2.3. Einhegung neuer Gewaltakteure
JLU Gießen | August – Oktober 2025

Meine Forschung konzentriert sich auf die Sprache der Gewalt und die Konstruktion der Dichotomie „wir“ vs. „die anderen“ im Kontext des russisch-ukrainischen Krieges. Mein Ziel ist es, Russlands gewaltsame Politik gegenüber der ukrainischen Identität und Sprache in den besetzten Gebieten zu untersuchen. Auf der Grundlage von ausführlichen Interviews mit Überlebenden der Besatzung, Sprach- und Menschenrechtsaktivist:innen sowie Leiter:innen relevanter Zentren erforsche ich die Schnittstellen von Sprache, Gewalt, Identität und Widerstand während militärischer Konflikte. Durch mein Fellowship möchte ich zu einem tieferen Verständnis darüber beitragen, wie Sprache sowohl als Ziel als auch als Instrument in politischer Gewalt und im Widerstand in Kriegszeiten fungiert.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.1. Deutung von Gewalt und 3.2. Erinnerung an Gewalt
Assoziierte Forscherin

Zu meinen primären völkerrechtlichen Forschungsfeldern gehört die Frage der Einhegung bewaffneter Gewalt in den internationalen Beziehungen. In meiner Untersuchung widme ich mich Fragestellungen, die sich sowohl auf das ius ad bellum als auch auf das ius in bello (Letzteres wird auch als das Recht des bewaffneten Konflikts bezeichnet) konzentrieren. Ein zentraler Aspekt, den ich in meiner Analyse unter anderem behandele, ist der Prozess der Entkollektivierung internationaler Sicherheit. In diesem Rahmen nehme ich zur Untersuchung einzelner Rechtsfragen auch eine völkerrechtshistorische Perspektive ein.
Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt | 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure
Assoziierter Forscher

Ich interessiere mich für Fragen rund um politische Gewalt(losigkeit), kollektive Erinnerungen an sie sowie den sich aus ihnen ergebenden gesellschaftlichen Konsequenzen. So bearbeite ich aktuell im Zuge des Projektes „Echoes of the Past“ empirisch die Frage, welche Narrative über die sogenannte Friedliche Revolution in Deutschland heute existieren und welche Auswirkungen diese auf Gefühle politischer Selbstwirksamkeit haben. Als Assoziierter Forscher bei TraCe möchte ich mich mit dem in Deutschland verfügbaren kollektiven und individuellen Wissen über die koloniale Vergangenheit Namibias und deren Prozess der Aufarbeitung befassen.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.2. Erinnerung an Gewalt
Philipps-Universität Marburg | August – November 2025

Während meines TraCe-Fellowships werde ich die ethischen und politischen Dimensionen der Risiken untersuchen, die mit Hitzestress verbunden und auf die globale Erderwärmung zurückzuführen sind. Dabei werde ich mich auf Theorien der thermischen (Un)gerechtigkeit, der Klimagerechtigkeit sowie der thermischen Gewalt stützen. Darüber hinaus werde ich das aus der Klimapolitik bekannte „Loss and Damage“-Konzept einbeziehen. Ich werde erforschen, wie Hitzestress und seine Auswirkungen – wie hitzebedingte Krankheiten, Morbidität und Mortalität – auf Formen politischer Gewalt hinauslaufen. Schließlich werde ich das implizite Zuschreiben von Verantwortung im aktuellen Diskurs der Klimaanpassung kritisieren, nach der „alle hitzebedingten Todesfälle vermeidbar sind“.
Forschungsfeld Synergien: 4.2. Theoretische Innovationen
Assoziierter Forscher

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit der Transformation innerstaatlicher Konflikte durch das Eingreifen externer Akteure. Daten zur Entwicklung innerstaatlicher Gewalt zeigen besonders seit den frühen 2010er Jahren ein klares Bild: Innerstaatliche Konflikte werden immer häufiger durch die Intervention externer Akteure internationalisiert. Mich interessiert, welche Muster sich bei dieser Transformation erkennen lassen und wie sich ein Internationalisierungstrend innerstaatlicher Konflikte beschreiben und erklären lässt. Im Rahmen von TraCe untersuche ich, wie sich dieser Trend erfassen und erklären lässt. Hierfür schaue ich mir Formen von external support in Bürgerkriegen an und disaggregiere den Internationalisierungstrend. Außerdem entwickeln wir eine Netzwerkperspektive, um die Internationalisierung innerstaatlicher Konflikte als Makrotrend begreifbar und erklärbar zu machen.
Forschungsfeld Formen: 1.1. Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt
TU Darmstadt | September – Oktober 2025

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Wiederaufbau von Städten nach Kriegen, wobei ich mich auf das ehemalige Jugoslawien und den Libanon konzentriere. Ich analysiere zudem die Memorialisierung politischer Gewalt unter autoritären Regimen in Südamerika sowie in Mittel- und Osteuropa. Ich habe auch untersucht, wie Diktaturen Städte durch Abrisse und Zwangsräumungen umgestaltet haben. Über verschiedene Gewaltkontexte hinweg habe ich nachgezeichnet, wie lokale Akteure Zerstörungen und urbane Eingriffe als Formen von „Gewalt gegen die Stadt“ rahmten. Während meines TraCe-Fellowships werde ich an der Konzeptualisierung urbaner Gewalt arbeiten und die Keynote bei einem TraCe-Kolloquium zu „Urban Violence“ halten.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt
Assoziierte Forscherin

Neue und disruptive Technologien, wie etwa Autonomie in Waffensystemen oder Cyberwaffen, transformieren die Art der Kriegsführung und konfrontieren die Regulierung solcher Waffensysteme mit neuen Herausforderungen. Gegenstand meiner Untersuchung ist, inwiefern klassische Mechanismen der Rüstungskontrolle angesichts der Regulierung von neuen und disruptiven Technologien in militärischen Kontexten an ihre Grenzen stoßen und welche neuen Regulierungsformen sich im Zuge von Normbildungsprozessen und Soft Law entwickeln. Dabei nehmen eine Vielzahl an Akteuren als Norm Entrepreneurs Einfluss auf den Normbildungsprozess.
Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel
Assoziierte Forscherin

Mein Forschungsinteresse am Forschungsfeld politischer Gewalt bezieht sich insbesondere auf Mechanismen und Bedingungen von Gewaltkonflikten im osteuropäischen Raum. Diese betrachte ich als Prozesse, die infolge von nation building und Dekolonisierung seit Auflösung der Sowjetunion und im Zuge einer angestrebten West- und EU-Bindung entstehen. Dabeu gilt mein zentrales Interesse der Frage, wie internationale Institutionen – wie die EU, OSZE oder NATO, diese Gewaltkonflikte bearbeiten und Transformationsprozesse gestalten. Von besonderer Relevanz ist der Nexus zwischen autokratischem Regieren und Gewaltkonflikten, respektive den Implikationen von Demokratisierung und Demokratieförderung für Gewaltkonflikte. Von Interesse ist für mich überdies die Verbindung von area studies mit der Erforschung von Gewaltkonflikten.
Forschungsfeld Institutionen: 2.2. Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt
Assoziierte Forscherin

In meiner Forschung widme ich mich den Transformationen politischer Konflikte und Gewalt in Europa, wobei ich mich vor allem mit Zivilgesellschaft, Protesten und anderen Formen der politischen Partizipation befasse. Insbesondere interessieren mich die Dynamiken der Ausgrenzung, Polarisierung und des politischen Misstrauens, die solchen Veränderungen zugrunde liegen und sie begleiten. Außerdem befasse ich mich in meiner Forschung mit der Erinnerung an vergangene Konflikte, wobei mich insbesondere die Zusammenhänge zwischen kollektivem Gedächtnis und Aktivismus interessieren.
Forschungsfeld Formen | Forschungsfeld Interpretationen
Assoziierte Forscherin

Ich interessiere mich für die Verflechtung zwischen sozialen Bewegungen, Kultur und der dadurch verursachten politischen Gewalt, insbesondere im Fall der Straßenproteste seit 1968. Mein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Protestkultur im (post-)jugoslawischen Kulturraum, wobei ich mich auf die Darstellung in den Medien, Elemente der Kunst und Performance sowie die Geschlechterdimension konzentriere, denen oft spezifische Formen von Gewalt folgen. Die Tendenz, dass Straßenproteste von friedlich zu gewalttätig werden, wirft eine wichtige Forschungsfrage auf, die ich im Kontext der Kultur zu beantworten versuche.
Forschungsfeld Interpretationen: 3.3. Interpretationen von Gewalt in der Stadt
Assoziierter Forscher

Meine Forschung befasst sich mit den Ursachen und Folgen politischer Gewalt in den Bereichen Klimawandel und Umwelt. Zudem arbeite ich zu Bildung in Konfliktkontexten, zu nichtstaatlichen bewaffneten Akteuren und zu Methoden zur Erforschung politischer Gewalt.
Assoziierte Forscherin

Meine aktuelle Forschung befasst sich mit der intergenerationalen Weitergabe von Erinnerungen an eine gewaltvolle Vergangenheit und bewaffnete Konflikte innerhalb der kurdischen Diaspora in Deutschland. Dabei analysiere ich, wie Erinnerungen an Gewalt im Kontext der Diaspora bewahrt, verschwiegen und mobilisiert werden und über welche Medien solche Erinnerungen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Zudem untersuche ich, wie diese Erinnerungen die Identität und Erinnerungspraktiken unter Kurden:innen der zweiten Generation prägen. Darüber hinaus analysiere ich, wie diese Erinnerungen über Grenzen hinweg zirkulieren, mit der Erinnerungspolitik des Aufnahmelandes interagieren und den Erinnerungsaktivismus in der Diaspora prägen. Ich leiste damit einen Beitrag zu Debatten über Gewalterinnerungen aus intergenerationaler und transnationaler Perspektive.