Jannik Pfister

Assoziierter Forscher

Ich arbeite an der Stärkung der Demokratie in Europa und befasse mich weiterhin mit Wandel und Wirkung politischer Gewalt.

Von April 2022 bis Mai 2025 leitete ich gemein­sam mit Dr. Annika Elena Poppe die Geschäfts­stelle von TraCe. Seit Juni 2025 bin ich Projekt­leiter für Europa-Themen bei der Gemein­nützigen Hertie-Stiftung. Ich bin Mit­heraus­geber des für 2026 ge­planten Routledge Hand­book on Trans­formations of Political Vio­lence.

    Laura Gianna Guntrum

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin (2022–2026)

    Foto: Dede Kühnle

    Welche Auswirkungen hat Technik auf Konflikte, gewaltvolle Prozesse und deren Transformation? 

    Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), insbesondere soziale Medien wie Twitter, Facebook oder Messenger-Dienste wie Telegram spielen eine immer größere Rolle in politischen Krisen und Konflikten. Spätestens seit dem arabischen Frühling 2011 werden IKT von verschiedenen Akteur:innen genutzt, um sich für Proteste zu organisieren, Kriegspropaganda zu teilen, Desinformationen zu verbreiten oder Aufmerksamkeit zu generieren. In meiner Forschung untersuche ich empirisch, wie IKT in politischen Krisen verwendet werden. Dabei interessieren mich sowohl Risiken als auch Potentiale. Ich möchte den Zusammenhang zwischen Transformationsprozessen und technischen Applikationen näher ergründen und herausfinden, inwiefern sich IKT auf die Transformation politischer Gewalt auswirken.

    Forschungsprojekt Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel

    Prof. Dr. Dr. Christian Reuter

    Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

    Foto von Christian Reuter mit hellem Hintergrund.
    Foto: PEASEC

    Meine Perspektive verbindet Informatik und Friedens­forschung.

    An dieser Schnitt­stelle fokussiere ich mich ins­besondere auf Cyber-Sicherheit, neue Formen der Kriegs­führung und die Mensch-Computer-Interaktion. Darüber hinaus unter­suche ich den Ein­fluss von neuen Informations- und Kommunikations­technologien (IKT) auf politische Konflikte und Trans­formationen politischer Gewalt. Im Fokus meiner Forschung bei TraCe steht die An­wendung von Methoden und Erkennt­nissen aus der Informatik in der Friedens- und Sicherheits­forschung.

    Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel

    Sara-Luise Spittler

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Foto von Sara-Luise Spittler vor weißem Hintergrund.

    Wie inter­agier(t)en Akteur:innen in gewalt­vollen Straßenprotesten?

    Der Fokus meiner Forschung liegt auf der konkreten Gewalt­praxis im städtischen Raum. Ich unter­suche die Deutung und Praxen politischer Gewalt auf der Straße seit den 1970er Jahren. Ins­besondere interessiere ich mich für die historische Wandel­barkeit von konkreten, zeit- und ortsabhängigen Gewalt­dynamiken, Protest­strategien und staatliche Inter­ventionen. Anhand von Protest­ereignissen in euro­päischen Städten, wie beispiels­weise die Brixton Riots, Instand­besetzungen und Groß­demonstrationen möchte ich die zentralen Akteur:innen in den Blick nehmen: hierzu ge­hören neben den Pro­testierenden auch die Sicher­heitskräfte und Zu­schauenden sowie die je­weiligen Möglich­keiten und Be­schränkungen des städtischen Raums.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt

    Prof. Dr. Anika Oettler

    Principal Investigator

    Foto von Anika Oettler vor hellem Hintergrund.

    Am Beispiel Kolumbiens erforsche ich die Recht­fertigung vergangener und gegenwärtiger politischer Gewalt mit Fokus auf gender­spezifische Implikationen.

    Meine Forschung bei TraCe ist im Bereich transitionaler/trans­formativer Gerechtig­keit und kollektiver Er­innerung in Kolumbien angesiedelt. Ins­besondere interessiere ich mich für die Recht­fertigung vergangener und gegen­wärtiger para­militärischer, aufständischer und staatlicher Gewalt, welche das Ziel verfolgt, Ab­weichungen von ver­geschlechtlichten Normen zu ver­hindern, er­möglichen oder zu sanktionieren. Ich gehe der Frage nach, inwiefern die komplexen Inter­aktionen zwischen Gewalt­akteur:innen und sozialen Bewegungen (lokal, national, transnational) zu einer gender-vielschichtigen sozialen Ordnung führen.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Prof. Dr. Jonas Wolff

    Principal Investigator | Direktoriumsmitglied | Co-Sprecher

    Foto von Jonas Wolff vor weißem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Welche Im­plikationen hat die zunehmende Inter­nationalisierung inner­staatlicher Gewaltkonflikte für Form, Intensität und Dauer politischer Gewalt?

    Meine Forschung untersucht den aktuellen Form­wandel politischer Gewalt im Kontext und Nach­gang inner­staatlicher Konflikte. Ich interessiere mich für die zu­nehmende Inter­nationalisierung innerstaatlicher Gewalt­konflikte und die Konsequenzen für politische Gewalt. Darüber hinaus unter­suche ich den globalen Trend der „shrinking civic spaces“ und die ge­zielte, repressive Gewalt gegen soziale Aktivist:innen und zivil­gesellschaftliche Akteur:innen. Empirisch lege ich meinen Forschungs­fokus auf die spezifischen Dynamiken in Latein­amerika und insbesondere Kolumbien.

    Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Prof. Dr. Horst Carl

    Principial Investigator | Stellvertretendes Direktoriumsmitglied

    Foto von Horst Carl mit hellem Hintergrund.
    Foto: Lehrstuhl Neuere Geschichte (JLU Gießen)

    Aus welchen Gründen gelang oder scheiterte die Ein­hegung von Gewalt in der Vergangen­heit?

    In meiner Forschung be­schäftige ich mich mit „Gewaltgemeinschaften“, deren Rolle bei exzessiver Gewalt­ausübung sowie historischer Sicherheits­forschung. Im Kontext der Frühen Neuzeit nehme ich spezifische Situationen von Gewalt wie beispielsweise Landfriedens­brüche, Besatzungs­situationen und Interventionen fremder Mächte (z.B. im Kon­text re­volutionärer Umbruchsi­tuationen nach 1790) in den Blick. Dabei interessiere ich mich für Me­chanismen der Einhe­gung von Gewalt, beispiels­weise durch rechtliche Institutionen, und aus welchen Grün­den dies jeweils gelingt oder scheitert.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt

    Dr. Regine Schwab

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Foto von Regine Schwab vor hellem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Ich interessiere mich für islamistische und dschihadistische Akteur:innen sowie ihre Inter­aktion mit anderen Akteur:innen in Westasien.

    Meine Forschung konzentriert sich auf inner­staatliche Konflikte sowie islamistische und dschihadistische Akteur:innen in inter­nationalisierten bewaffneten Konflikten. Regional nehme ich Westasien und vornehmlich Syrien in den Blick. Ich be­fasse mich mit den Strukturen und Institutionen, die diese Akteur:innen (wieder) auf­bauen, ihrem Ver­halten und ihrer Inter­aktion mit anderen Gruppen, Zivilist:innen und externen Akteur:innen. Ins­besondere ideologische Ver­änderungen, Gewalt ge­genüber Zivilist:innen und Transformations­prozesse interessieren mich. Ich er­forsche zudem Möglich­keiten, mit mi­litanten islamistischen Gruppen in Kontakt zu treten, um Konflikte zu de­eskalieren.

    Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann

    Principal Investigator

    Foto von Lisbeth Zimmermann vor hellem Hintergrund.
    Foto: ZU/Samuel Groesch

    Inwiefern tragen Inter­nationalisierung einer­seits und lokale Lösungen anderer­seits zu einem Wandel politischer Gewalt bei?

    Friedliche Konflikt­beilegung hat in den letzten 25 Jahren einen Schub der Inter­nationalisierung und Institutionalisierung erlebt: Einerseits erhalten Peacekeeping-Missionen immer umfang­reichere Mandate und Peacebuilding-Aktivitäten stellen in­zwischen einen Schwer­punkt der Arbeit internationaler Organisationen und NGOs dar. Anderer­seits lässt sich aufgrund komplexer Konflikte bei vielen Staaten eine ge­wisse Interventionsmüdigkeit und eine zu­nehmende Suche nach lokalen Lösungen beobachten. Meine Forschung bei TraCe knüpft an dieses Spannungs­feld zwischen Internationali­sierung und lokalen Lösungen an. Ich be­schäftige mich mit den Be­dingungen nachhaltiger Friedens­schaffung und nehme ins­besondere die Rolle internationaler Institutionen in den Blick.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Dr. Mariel Reiss

    Principal Investigator

    Foto von Mariel Reiss

    Mit feministischem Blick­winkel diskutiere ich die kolonialen Kon­tinuitäten von Anti-LGBTIQ*-Politiken, Gesetzen und Normen.

    In meiner Forschung betrachte ich aus feministischer Pers­­pektive die komplexen Be­­ziehungen zwischen sich wandelnden Interpretations­mustern und Recht­fertigungen politischer Gewalt anhand von LGBTIQ* im östlichen und südlichen Afrika. Ich dis­kutiere die vielfältigen kolonialen Konti­nuitäten von Anti-LGBTIQ*-Politiken, Gesetzen und Normen sowie deren Inter­pretationen und Neuinterpretationen. Ich interessiere mich besonders für Ver­änderungen sozialer Normen, rechtlicher Praktiken und dem Zusammen­hang mit politischer Gewalt und der Rolle politischer und religiöser Institutionen und Akteur:innen. Außerdem soll meine Forschung die Kluft zwischen Wissen­schaft und Aktivist:innen in den Dis­kussionen und Dis­kursen um (strukturelle) Gewalt gegen LGBTIQ* über­brücken und Räume für einen interdis­ziplinären Austausch schaffen.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt

    Prof. Dr. Stefan Peters

    Principal Investigator

    Foto von Stefan Peters vor grünem Hintergrund.
    Foto: Rolf K. Wegst

    Ich interessiere mich besonders für politische Gewalt in Kontexten extremer sozialer Un­gleichheit.

    Politische Gewalt in (Post-)Konflikt-Settings und die Be­arbeitung von vergangener Gewalt in den Bereichen kollektiver Er­innerung und Transitional Justice stehen im Zentrum meiner For­schung bei TraCe. Dabei interessiere ich mich besonders für politische Gewalt in Kontexten extremer sozialer Un­gleichheit. Formen und Trans­formationen politischer Gewalt unter­suche ich insbesondere im Zusammen­hang mit sozial-ökologischen Konflikt­dynamiken in Ver­bindung mit Rohstoffaus­beutung und der Energiewende.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Dr. Sabine Mannitz

    Principal Investigator | Stellvertretendes Direktoriumsmitglied

    Foto von Sabine Mannitz mit weißem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Mich interessieren die Auseinandersetzungen, die sich in den vergangenen Jahren um internationale und innergesellschaftliche Aufarbeitungen kolonialer Gewalt entfalten.

    Politische Gewalt ist mit der Wirkung normativer Entwürfe auf soziale Identifikationen verwoben. Zwischen Institutionen und individuellen sowie kollektiven Akteure finden Übersetzungen dieser Entwürfe statt, in denen die sozialen und politischen Beziehungen ständig neu verhandelt werden und dabei Temporalität unterliegen: Wie führen konkurrierende Ideen vom 'guten' (oder 'besseren') Leben zu politischen Projekten, die auch mit Gewalt durchgesetzt werden? Und wie gehen Akteure heute mit Konfigurationen um, die auf entsprechender historischer Gewalt beruhen und diese systemisch fortsetzen? Anhand der internationalen und innergesellschaftlichen Aufarbeitungen kolonialer Gewaltsysteme nehme ich das Verhältnis von normativen Diskursen, kollektivem Handeln und Repräsentationen kolonialer Gewalt in den Blick und untersuche, welche Transformationsprozesse sich zeigen.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Prof. Dr. Markus Lederer

    Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

    Foto von Markus Lederer mit schwarzem Hintergrund.

    Inwiefern bedingen staatliche und nicht­staatliche Institutionen die Zu­nahme und Legitimation politischer Gewalt im Bereich der Klima­politik?

    In meiner Forschung fo­kussiere ich mich auf politische Gewalt im Umwelt- und Klimakontext und untersuche die Formen und Mechanis­men von Umwelt- und Klimakonflikten. Dabei inter­essiere ich mich vor allem für die Wechsel­beziehungen zwischen Aktivist:innen, staatlichen und nicht­staatlichen repressiven Institutionen und wie diese die Zu­nahme und Legiti­mation politischer Gewalt bedingen.

    Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Prof. Dr. Nicolai Hannig

    Principal Investigator

    Foto von Nicolai Hannig mit einer Holztreppe im Hintergrund.
    Foto: Lisa Feldmann

    Welche Rolle spielen Räume bei der Ent­stehung politischer Gewalt?

    Mich interessiert, wie und unter welchen Be­dingungen sich friedliche Proteste zu gewaltsamen Straßen­protesten entwickelt haben, welche Formen von Gewalt sich beobachten lassen und wie sich diese über die Zeit ge­wandelt haben. Die Stadt und Straße als Räume konflikt­geladener, politischer Aus­einandersetzungen stehen dabei im Vorder­grund. Im Rahmen von TraCe möchte ich also heraus­finden, inwie­fern die räumlichen Gegeben­heiten der Stadt Gewalt auf der Straße prä­gen und Akteur:innen ihre Strategien und Prakti­ken entsprechend an­passen. Für die Beantwortung dieser Frage lege ich das Hauptauge­nmerk auf politische Gewalt in Groß­städten des 20. Jahrhunderts.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretationen von Gewalt in der Stadt

    Prof. Dr. Dr. h.c. Astrid Erll

    Principal Investigator

    Foto von Astrid Erll, gestikulierend mit Mikrophon in der Hand
    Foto: HMF, Stefanie Kösling

    Trans­formationen politischer Gewalt vollziehen sich auch durch das kollektive Ge­dächtnis.

    Als Vertreterin der interdis­ziplinären Memory Studies interessiere ich mich für das Zusammen­spiel von politischer Gewalt und kollektivem Gedächtnis. Die Trans­formation von politischer Gewalt in Erinnerung erfolgt durch Wahrheits­kommissionen, Ge­denkkultur, Geschichts­bücher oder Alltagserzählungen. Erinnerung bedeutet aller­dings nicht nur Rückblick. Das kollektive Gedächtnis prä­formiert auch zukünftige Gewalt­akte. Ich interessiere mich des­halb für Narrative und Ikonen politischer Ge­walt. Ich ver­gleiche die ‚Nachleben‘ kolonialer Gewalt im Glo­balen Süden mit ver­schiedenen postimperialen und postkolonialen Erinnerungs­kulturen in Europa. Dabei unter­suche ich die prägende Rolle der Medien­kultur sowie das Auftauchen und Framing von Erinnerungen in den neuen Medien. Ein be­sonderer Fokus liegt auf der Analyse des aktuellen „Historikerstreits 2.0“ und den Debatten um die (Un-)Möglichkeit des Ver­gleichs von Holocaust und Kolonialismus.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Prof. Dr. Hanna Pfeifer

    Assoziierte Forscherin

    Foto von Hanna Pfeifer.
    Foto: PRIF

    Ich möchte ver­stehen, warum arabische Staaten zunehmend an Militär­interventionen in Bürger­kriegen in ihrer Nachbarschaft beteiligt sind.

    In den letzten zehn Jahren sind die Bürger­kriege, die nach den Arabischen Auf­ständen ausbrachen, von einer zunehmen­den Internationa­lisierung geprägt. Neben „typischen“ Intervenent:innen in der Region, also den USA und ihren westlich­en Alliierten, die auf unter­schiedlichen Ebenen, mit variierender Intensität und vor allem im Namen der Terroris­musbekämpfung mili­tärisch eingreifen, haben sich andere Akteure als  regio­nale Ordnungs­mächte hervorgetan, die ihre Ordnungs­ziele ge­waltsam verfolgen. Sie kooperie­ren manchmal mit dem „westlichen Konzert“, aber agieren auch unila­teral oder in (neuen und wechselnden) regionalen Allianzen. Das im Rahmen von TraCe verfolgte Projekt hat das Ziel zu ver­stehen, wie das Phä­nomen mili­tärischer Interventionen durch arabische Staaten in Bürger­kriegen in ihrer Nach­barschaft (in Libyen, im Irak, in Syrien und im Jemen) entstanden ist und wie sie unter­einander sowie mit dem Westen Kooper­ation organisieren.

    Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel

    Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

    Foto von Susanne Buckley-Zistel vor weißem Hintergrund.

    Meine Forschung stellt die Komplexität von Trans­formation in den Fokus und somit all­gemeingültige Lösungen in Frage.

    In meiner For­schung untersuche ich Trans­formation politischer Gewalt vor allem in Pro­zessen der Friedens­konsolidierung nach gewalt­samen Konflikten. Ich interes­siere mich für die sozialen und politischen Dyna­miken von Wandel, ins­besondere im Hin­blick auf demogra­fische Gruppen wie Frauen und Mädchen, Opfer oder Täter:innen sowie für ver­schiedene Vor­stellungen von Gerechtig­keit. Meine Forschung soll ein in Post-Konflikt-Kontexten situiertes und lo­kalisiertes Trans­formations­ver­ständnis stär­ken und dadurch verein­fachte globale, allgemein­gültige Lösungen in Frage stellen.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Lam-Phuong Nguyen Pham

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Foto von Lam-Phương Nguyễn Phạm vor einer Holzwand.
    Foto: Xuan-Son Nguyen

    Bei der Er­forschung politischer Gewalt inter­essiert mich beson­ders die Gender-Dimension.

    Mein Forschungs­schwerpunkt innerhalb der Inter­nationalen Be­ziehungen und Friedens- und Konflik­tforschung umfasst vor allem femi­nistische Pers­pektiven, (Post-)Konflikt Set­tings und die Trans­formation sozialis­tischer Gesellschaften. Einen re­gionalen Schwer­punkt lege ich in meiner For­schung auf Asien und nehme Nord- und Südkorea sowie Vietnam in den Blick. Bei der Erfor­schung poli­tischer Gewalt interes­siere ich mich vor allem für theoretische, methodische und epistemo­logische In­novationen sowie die Verän­derung politischer Gewalt im Zusammen­hang mit der Gender-Dimension.

    Forschungsfeld Synergien: 4.2 Theoretische Innovationen

    Prof. Dr. Monika Wingender

    Principal Investigator

    Foto von Monika Wingender vor einem Buchregal.
    Foto: M. Szych/JLU Gießen

    Ich interes­siere mich für den Zusammen­hang von politischer Gewalt und Sprache.

    In meiner Forschung beschäftige ich mich mit dis­kursiven Manifes­tationen politischer Gewalt und Narrativen, die Gewalt legiti­mieren und rechtferti­gen. Anhand des ak­tuellen Angriffs­kriegs Russlands gegen die Ukraine nehme ich neben der Appelierungs­rhetorik Zelenskys auch Putins Propa­ganda sowie die öffentliche Reprä­sentanz von Sprache in der Kriegs­situation in den Blick und identi­fiziere zentrale Diskurs­strategien wie beispiels­weise Geschichts­verfälschungen zur Recht­fertigung und Er­klärung der Gewalt. In diesem Zusammen­hang interessiere ich mich besonders für die Viel­schichtigkeit des Ver­hältnisses von Gewalt und Sprache und frage, in­wiefern Sprache einer­seits als Medium der Gewalt fungiert, selbst eine Form von Gewalt­ausübung darstellt – beispielsweise durch hate speech – oder den Aus­tausch über Gewalt er­möglicht.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Verena Lasso Mena

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Foto von Verena Lasso Mena mit hellblauem Hintergund.
    Foto: Verena Lasso Mena

    Welche kausalen Mechanismen und Pro­zesse stehen hinter der Zunahme von politischer Gewalt in Kon­texten des Abbaus natürlicher Res­sourcen?

    Im Zentrum meiner For­schung steht politische Gewalt im Zusam­men­hang mit Umwelt- und Klima­kon­flikten rund um den Ab­bau natürlicher Ressourcen. Neben den Be­­ziehungen zwischen Land- & Umwelt­verteidiger:innen sowie Aktivist:innen und repres­siven Institutionen in­teres­siere ich mich für Mechanismen und Pro­zesse, die mit Radika­li­sierung und Terrorismus in diesem Kon­text verbunden werden. 
    Ziel meiner For­schung ist ein tief­greifenderes Ver­ständnis der Hinter­­gründe von Gewalt­trans­formationen sowie die Entwick­lung von Strategien zur Prävention und Ein­dämmung politischer Gewalt im Kontext von Umwelt­konflikten.

    Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Tina Cramer

    Wissenschaftliche Koordinatorin

    Foto von Tina Cramer vor grünem Hintergrund.

    Ich koordiniere den Forschungsverbund und verantworte insbesondere die strategische Weiterentwicklung der Wissenschaftskommunikation.

    In den ver­gangenen vier Jahren habe ich den ope­rativen Wissens­transfer auf­gebaut und verant­wortet – von Medien­arbeit, Publi­kationen und digitalen For­maten bis hin zu Dialog­veranstaltungen mit Zivil­gesellschaft, Politik und Jour­nalismus. Als wissen­schaftliche Koordinatorin leite ich nun gemein­sam mit Annika Elena Poppe die Geschäfts­stelle des Ver­bunds und verant­worte die strate­gische Weiter­entwicklung von Wissenschafts­kommunikation und Dialog. Dabei liegt ein Schwer­punkt auf der Ver­festigung etablierter Kooperationen und regionaler Netz­werke sowie auf der Planung zu­künftiger Forschungs- und Transfer­aktivitäten, auch mit Fokus auf Finanzierungs­perspektiven. Darüber hi­naus koor­diniere ich verbund­übergreifende Austausch­formate sowie das Fellowship-Pro­gramm und be­gleite zentrale Pro­zesse der inter­nen Organisation.

    Prof. Dr. Sybille Frank

    Principal Investigator

    Foto: Claudia Ba

    Mein Ziel ist es, den Zusammen­hang zwischen (nicht-)staatlicher politischer Gewalt und urbanen Räumen besser zu ver­stehen.

    Gibt es spezifisch urbane Formen politischer Gewalt? Welche strate­gische Rolle spielt die bauliche Gestalt einer Stadt bei der Aus­übung und Ein­hegung politischer Gewalt? Welche Rolle spielt die soziale und kulturelle Hetero­genität urbaner Räume? Ich ver­stehe große Städte (nicht nur) der west­lichen Welt als Zentren neuer trans­lokaler, netz­werkartiger Gewalt­praktiken. Dies gilt sowohl im Kon­text von Kriegen, Terrorismus und gewalt­tätigen Protesten, die Städte als vulnerable infrastrukturelle und sozio­kulturelle Knotenpunkte sowie Orte hoher medialer Aufmerk­samkeit nutzen, als auch im Kontext der ver­stärkten Überwachung öffent­licher Räume. Im Rahmen von TraCe unter­suche ich städtische Straßen und Plätze, an denen in den letzten Jahren islamistische Ter­roristen mit LKW/Lieferwagen tödliche An­schläge auf Passant:innen verübt haben (Nizza 2016, ­Berlin 2016, London 2017, Stock­holm 2017 und Barcelona 2017).

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt

    Prof. Dr. Felix Anderl

    Principal Investigator

    Foto von Felix Anderl vor dunklem Hintergrund.

    Mich interessieren Kon­flikte und neue Formen der Gewalt im ländlichen Raum.

    Im Zuge der Fi­nanzialisierung von Land und der all­gemeinen Industrialisierung ländlicher Räume werden ländliche Be­völkerungsgruppen in den letzten Jahr­zehnten gewalt­vollen Trans­formationspro­zessen ausgesetzt. In meiner For­schung interessiere ich mich für die neuen Formen von Gewalt im ländlichen Raum, die sich während dieser Trans­formationen ereignen und jenen, die sich als Reaktion darauf heraus­bilden. Einer­seits schaue ich mir dabei die Akteur:innen beider Lager an: die Investor:innen, Re­gierungen und inter­nationalen Organisationen, die hinter diesen Trans­formationen stecken, und die sozialen Be­wegungen, die sich dagegen wehren. Anderer­seits interessiere ich mich aber auch für die Tendenz im ländlichen Raum, öko­logischen und ökono­mischen Krisen mit autoritären und re­aktionären Mitteln zu be­gegnen.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt

    Prof. Dr. Nicole Deitelhoff

    Principal Investigator

    Foto von Nicole Deitelhoff mit verschwommenem Hintergrund.
    Foto: Uwe Dettmar

    Wie wirken sich gewaltsame Konflikte auf inter- und transnationale Ordnungen aus?

    Mein Hauptforschungs­interesse gilt der Produktivität von Konflikten. Dabei bin ich vor Allem daran interessiert zu verstehen, wie sich Konflikte, ein­schließlich gewaltsamer Konflikte, auf inter- und trans­nationale Ordnungen auswirken. Politische Gewalt hat nicht nur die Ent­wicklung des modernen National­staats auf dem euro­päischen Kontinent voran­­getrieben, sondern auch die Ge­staltung interna­tionaler Institutionen und Werte be­einflusst. Man denke nur an die Gründung der Ver­­einten Nationen als Re­aktion auf den Zweiten Welt­krieg. Ich in­teressiere mich dafür, wann und wie dies ge­schieht.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt

    Núrel Bahí Reitz

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Foto von Núrel Bahí Reitz vor hellem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Ich interessiere mich für Prozesse der Interpretation historischer politischer Gewalt in postkolonialen Kontexten.

    In meiner For­schung beschäftige ich mich mit Pro­zessen der Bedeutungs­zuschreibung historischer Gewalt und mit den Um­ständen und Folgen von Deutun­gen von Gewalt in post­kolonialen Beziehungen. Ich untersuche Reprä­sentationen, Nar­rative und politische Aktionen, die sich mit kolo­nialen Gräuel­taten auseinander­setzen anhand des Völker­mords im ehe­maligen Deutsch-Südwestafrika (1904-08) und des Majimaji-Kriegs im ehe­maligen Deutsch-Ostafrika (1905-07). Ich interes­siere mich für Ähnlich­keiten und Unter­schiede in der Inter­pretation dieser Ver­brechen und welche Rol­le dies im unter­schiedlichen lokalen und inter­nationalen Umgang mit den historischen Gescheh­nissen spielt. Darüber hinaus nehme ich den Ein­fluss und die Rolle zivi­lgesel­lschaftlicher und politischer Akteur:innen auf die speziellen Deutungs­muster in den Blick.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt

    Prof. Dr. Christopher Daase

    Principal Investigator

    Prof. Dr. Thorsten Bonacker

    Principal Investigator | Stellvertretendes Direktoriumsmitglied

    Foto von Thorsten Bonacker vor einer Brücke. Sein T-Shirt trägt die Aufschrift "PEACE".
    Foto: Thorsten Bonacker

    Meine For­schung ist an der Schnittstelle von Soziologie und Politik­wissenschaft im Bereich der Inter­nationalen Be­ziehungen an­gesiedelt.

    Seit langem interessiere ich mich für Theorien und Methoden der Friedens- und Konflikt­forschung sowie für kritische Sicherheits­forschung. Derzeit beschäftige ich mich mit Praktiken der inter­nationalen Ver­waltung in postkolonialen und Nachkriegsgesellschaften, mit dem gesellschaftlichen Umgang mit vergangener Massen­gewalt und mit sexuellen und reproduktiven Rechten als globalem Konfliktfeld. Methodisch verwende ich theorienorientierte und fall­vergleichende Forschungs­designs mit Schwer­punkt auf Zentral- und Süd­ostasien (ins­besondere Kambodscha und Osttimor).

    Forschungsfeld Synergien: 4.2 Theoretische Innovationen

    Prof. Dr. Thilo Marauhn

    Principal Investigator | Direktoriumsmitglied

    Foto von Thilo Marauhn vor grünem Hintergrund.
    Foto: JLU / Rolf K. Wegst

    Meine völkerrechtliche Forschung setzt sich mit Rechtsfragen der Rüstungskontrolle und kollektiver Sicherheit auseinander.

    Ich be­schäftige mich in meiner völker­rechtlichen Forschung mit der Ein­hegung von bewaffneter Gewalt in den inter­nationalen Beziehungen. Dabei spielt für mich neben dem ius ad bellum das ius in bello (häufig verkürzt auch als hu­manitäres Völker­recht bezeichnet) eine zentrale Rolle. Durch Forschung zu Rechts­fragen in der Rüstungs­kontrolle versuche ich einerseits einen Bei­trag zur Stärkung der Normen gegen chemische und bio­logische Waffen zu leisten. Anderer­seits nehme ich eine völker­rechtshistorische Perspektive ein, um Rechts­fragen kollektiver Sicherheit ebenso wie solche der Tat­sachenermittlung in be­waffneten Konflikten themati­sieren zu können.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt | 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Lina Schneider

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Foto von Lina Schneider

    Durch meine Forschung möchte ich dazu beitragen, politische Gewalt für die inter­nationalen Institutionen der Konflikt­beilegung greifbar zu machen.

    In meiner Forschung möchte ich auf die Entwicklung hin zu inner­staatlichen internationalisierten Konflikten und nicht-staatlichen Konflikten reagieren, indem ich die teils überkommenen in­stitutionellen Regelungen in der Ein­hegung und Legitimation politischer Gewalt unter­suche. Hierbei ermöglicht mir eine post­koloniale Perspektive auf trans­formative Gerechtigkeit, globale Ver­flechtungen und historisch bedingte Ungleichheit in Konflikten zu betrachten. Gleich­zeitig werden so inner­gesellschaftliche Auswirkungen und Lösungs­potentiale auf lokaler Ebene greifbar. Letztlich ist es mein Ziel durch die Forschung zu trans­formativer Gerechtigkeit dazu beizu­tragen, dass die Ent­stehung und Ausübung politischer Gewalt als komplexes gesell­schaftliches Phänomen für die inter­nationalen Institutionen der Konflikt­beilegung greifbar wird.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Prof. Dr. Constantin Ruhe

    Principal Investigator

    Foto von Constantin Ruhe vor grünem Hintergrund.

    Wie hängen Ge­walt und externe Interventionen in bewaffneten Konflikten zusammen und wie können wir diese Prozesse statistisch mo­dellieren und erklären?

    Meine Forschung nutzt quantitative Verfahren, um die Dynamik be­waffneter Konflikte besser zu verstehen und darstellen zu können. Dabei in­teressieren mich vor allem drei Themen­komplexe: Wann und mit welchen Ergebnissen erfolgen externe Interventionen und Friedens­prozesse in innerstaatlichen Konflikten? Welche Aus­wirkungen haben Gewalt­erfahrungen auf individuelle Identität, Einstellungen und Verhalten? Wie können wir Daten best­möglich auswerten, um diese Phänomene genauer zu verstehen?

    Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Dr. Raphaël Cahen

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Foto von Raphaël Cahen vor einem hellen Gebäude.

    Wie wurden internationale Interventionen im 19. Jahrhundert juristisch gerechtfertigt?

    Ich unter­suche den Aufbau des inter­nationalen Rechts im 19. Jahr­hundert und ins­besondere die inter­nationalen Jurist:innen und ihren Beitrag in den Außen­­ministerien (Preußen/Deutsch­land, Öster­­reich, Frank­­reich, Russ­­land, etc.). Ich möchte einen Ein­­blick geben, wie diese Völker­­rechtler:innen zur Ver­rechtlichung der inter­nationalen Be­ziehungen und zur Recht­fertigung externer Inter­ventionen aus einer globalen Pers­pektive bei­getragen haben.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt | 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Dr. Jonas J. Driedger

    Assoziierter Forscher

    Was treibt Krieg und Frieden zwischen Groß­mächten und Nachbarstaaten an?

    Die tödlichsten und destabi­lisierendsten Kriege der Geschichte haben sich alle aus an­fänglichen Zusammen­stößen zwischen den mächtigsten Militär­mächten der Welt und ihren weitaus schwächeren Nach­barn entwickelt (z. B. Österreich-Ungarn gegen Serbien im Jahr 1914). Russlands Ein­marsch in die Ukraine im Jahr 2022 und die drohende Kriegs­gefahr zwischen China und Taiwan zeigen deutlich, dass ein systema­tisches und fundiertes Ver­ständnis von mili­tärischen Konflikten zwischen un­gleichen Nachbarn nach wie vor wichtig ist. In meiner Forschung will ich deshalb auf­zeigen, wie sich un­gleiche Nachbarn von anderen Staaten­paaren in der inter­nationalen Politik unterscheiden. Hierfür systematisiere ich die Muster von Krieg und Frieden zwischen ihnen und gehe den Ur­sachen dieser Muster nach.

    Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt 

    Forschungsfeld Synergien: 4.3 Pazifizierung oder Transformation?

    Dr. Kaya de Wolff

    Assoziierte Forscherin

    Foto von Kaya de Wolff vor schwarzem Hintergrund.

    Meine Forschung zu Er­innerungen an politische Gewalt verknüpft theoretische Konzepte der inter­disziplinären Memory Studies mit medien- und kommu­nikationswissenschaftlichen Ansätzen sowie Fragen nach An­erkennung und sozialer Gerechtigkeit. 

    Medienkultur- und Erinnerungs­kulturforschung verstehe ich als eine Form der gegen­wärtigen Gesellschafts­analyse. Insbesondere interessiere ich mich für die ambi­valente Rolle und trans­formativen Potenziale von alten und neuen Medien in der Hervor­bringung und Vernetzung von medialen (Gegen-)Öffentlichkeiten. Dabei nehme ich eine kritische post­koloniale-feministische Perspektive ein und be­ziehe mich auch auf die soziale Bewegungs­forschung, um die Transformationen von Erinnerungs­diskursen und Erinnerungs­räumen für marginalisierte Gruppen im Globalen Süden zu unter­suchen. Der regionale Fokus meiner Fall­studien liegt auf den Ver­schränkungen von gesell­schaftlicher Erinnerung, Medien­kultur und (der Interpretation von) politischer Gewalt in Brasilien.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Jona Schwerer

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Foto: Privat

    Ich gehe der Frage nach, wie mit Gewalt­praktiken in und durch städtische Räume umgegangen wird.

    In meiner Forschung be­schäftige ich mich mit den wechselseitigen Beziehungen zwischen politischer Gewalt und städtischen (öffentlichen) Räumen. Mich interessiert dabei, wie städtische Räume durch Gewalt­taten materiell, symbolisch und in Bezug auf soziale Praktiken trans­formiert werden. Weiter untersuche ich, wie diese städtischen Räume von Akteur:innen unterschiedlich in­ter­pretiert werden, welche verschiedenen Vor­stellungen und Kon­struktionen von öffentlichen Räumen dabei relevant gemacht werden sowie die ver­schiedenen Formen der Erinnerung an diese Gewalt­taten. Damit möchte ich insge­samt einen Bei­trag zur Raumanalyse von politischer Ge­walt leisten.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt

    Dr. Hendrik Simon

    Assoziierter Forscher

    Foto von Hendrik Simon vor hellem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Wie wurde moderne Gewalt begrifflich und normativ geordnet?

    In meinem geplanten Forschungs­projekt „Ordering Violence" beschäftige ich mich mit der Frage, inwieweit sich in der Moderne (~1789 bis heute) Trans­formationen der begrifflichen sowie normativen Ordnung(en) politischer Gewalt feststellen lassen. Dabei geht es insbesondere darum, die Wahr­nehmung von Gewalt im Rahmen einer modernen Genealogie des Krieges und seiner Rechtfertigung zu ordnen. In dieser Genealogie werde ich Ver­änderungen und Kontinuitäten rekonstruieren und untersuchen, wie politische Gewalt in der Moderne begrifflich und normativ geordnet wurde. Ziel des Forschungs­vorhabens ist es deshalb nicht nur die in diesem Ordnungsprozess zentralen Definitionen, Konzepte und Narrative, sondern auch diskursive Brüche, Kontinuitäten und Kontingenzen jenseits einer einfachen Dichotomoie von „alt“ und „neu“ zu re­konstruieren.

    Forschungsfeld Synergien: 4.1 Sprache und Sprachwandel | 4.3 Pazifizierung oder Transformation? 

    Dr. Özge Özdemir

    Assoziierte Forscherin

    In meiner Forschung interessiere ich mich dafür, wie politische Gewalt in Erinnerung bleibt.

    Die Be­ziehung zwischen politischer Gewalt, Erinnerung sowie Mobilität steht im Mittel­punkt meiner Forschung. Theoretisch stütze ich mich dabei auf die Erinnerungs­literatur und gehe der Frage nach, wie eine traumatische Vergangen­heit, die von politischer Gewalt, Ver­treibung und Exil geprägt ist, heute erinnert und interpretiert wird. Dies unter­suche ich am Beispiel politischer Exilant:innen aus der Türkei, die nach dem Militär­putsch 1980 in der Türkei fliehen mussten. Die Be­ziehung zwischen Erinnerung und Mobilität untersuche ich auch anhand der Art und Weise wie die Er­innerungen an Trauma und Gewalt der Exilant:innen in den neuen Raum über­tragen werden, dort artikuliert werden und sich mit einer neuen Erinnerungs­kultur verbinden.

    Forschungsfeld Interpretationen3.2 Erinnerung an Gewalt

    Rafael Rehm

    Drittmittelreferent

    Foto von Rafael Rehm vor blauem Hintergrund

    Ich bin für die Finanzmittel und ihre Verwendung zuständig.

    Als Drittmittelreferent stimme ich mich mit dem Fördergeber ab, rufe Mittel ab und erstelle Nachweise sowie Berichte. Ich kontrolliere die Mittelverwendung und plane gemeinsam mit den Kolleg:innen aus der wissenschaftlichen Koordination das Budget. Meine Aufgaben umfassen die Überwachung der finanziellen Abläufe und die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Verwendung der Fördermittel für das TraCe-Projekt. Ich bin verantwortlich für die Einhaltung aller relevanten Vorschriften und die effiziente Verwaltung des Projekts.

    Dr. Annika Elena Poppe

    Wissenschaftliche Koordinatorin

    Annika Poppe vor weißem Hintergrund mit schwarzem Blazer.
    Foto: PRIF

    Ich koordiniere den Forschungsverbund und verantworte insbesondere die Geschäftsführung und die Förderung von ECR.

    Als wissen­schaftliche Koordinatorin leite ich die Geschäftsstelle von TraCe – seit April 2026 gemeinsam mit Tina Cramer – und verantworte die gemeinsame Forschungsplanung und strategische Weiterentwicklung des Zentrums. Zu meinen Kernaufgaben gehören die Koordination der Planungen zur nachhaltigen Etablierung von TraCe, die Kommunikation mit allen Partnern sowie die Leitung und Betreuung des Programms zur Förderung von Early Career Researchers (ECRs). Ich verantworte die Qualitätskontrolle und das Budget des Verbunds sowie die Teamführung und Personalentwicklung innerhalb der Geschäftsstelle. Weitere Schwerpunkte meiner Arbeit liegen in der Herausgabe der TraCe-eigenen Working-Paper-Reihe, der Koordination des Außenauftritts von TraCe sowie in der weiteren strategischen Vernetzung unseres Forschungsverbunds, etwa durch die Assoziierung weiterer Wissenschaftler:innen.

    Rita Theresa Kopp

    Assoziierte Forscherin

    Foto von Rita Kopp vor weißem Hintergrund
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Meine Forschung gilt der historisch-kolonialen Gewalt in Kanada.

    Ich fokussiere mich dabei auf die Aufarbeitung dieser Gewalt im modernen, postkolonialen Siedlerstaat. Konkret geht es mir vor allem um Indigene Frauen, die an einer Schnittstelle von mehreren Gewaltdimensionen leben, insbesondere in Bezug auf gender und race. Ich interessiere mich für die Auswirkungen, die die United Nations Declaration on the Rights of Indigenous People (UNDRIP) auf den politischen Diskurs hat, wie Rechts- und Politikprozesse davon beeinflusst werden, und ob bzw. inwieweit sich die Lebensrealitäten von Indigenen Frauen daraufhin verändern.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt

     

    Dr. León Castellanos-Jankiewicz

    JLU Gießen | September – November 2025, September 2023


    Als Visiting Fellow bei TraCe beschäftige ich mich mit der europäischen Rüstungspolitik aus Perspektive der Rechenschaftspflicht.

    Meine Forschung umfasst drei große Bereiche: Erstens interessiere ich mich für Waffenhandel und die Politik des Waffentransfers, insbesondere den Schutz der Menschenrechte, Exportkontrollen, die Verantwortung von Unternehmen und Sorgfaltspflichten. Zweitens befasse ich mich mit der Regulierung globaler öffentlicher Güter durch Privatrecht, einschließlich strategischer Rechtsstreitigkeiten und der Widerstandsfähigkeit von Lieferketten. Schließlich forsche ich zur Rechts­geschichte und konzentriere mich dabei auf die Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Völkerrecht. Während meines Fellow­ships untersuche ich die europäische Rüstungspolitik unter dem Blickwinkel der Rechen­schaftspflicht.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Álvaro Okura de Almeida

    Assoziierter Forscher

    Wie können Institutionen einen Rahmen schaffen, um die Stimmen von Überlebenden anzuerkennen, anzuhören und zu archivieren?

    Das übergeordnete Ziel meiner Forschung ist es, die Art und Weise der (Nicht-)An­erkennung der politischen Gewalt der Militärdiktatur in der jüngsten demo­kratischen Periode im brasilianischen Staat zu erfassen. Von besonderem In­teresse in diesem Prozess sind die Strukturen, die die Auf­nahme der Stimme der Über­lebenden in die offizielle Geschichts­schreibung des Landes ermöglichten und bedingten. Ich möchte zeigen, wie die ver­schiedenen institutionellen Mechanismen des brasili­anischen Übergangs ein unterschiedliches Maß an Beteiligung, Ver­öffentlichung und Vertrauen auf die Aussagen der Opfer staatlicher Ge­walt bei der Konstruktion der juristischen und histori­schen Wahrheit ermöglichten.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Prof. Dr. Annika Björkdahl

    PRIF | September & November 2023

    Als Visiting Fellow bei TraCe werde ich unter dem Gesichtspunkt der politischen Gewalt an meine Forschung zu Frauen, Frieden und Sicherheit anknüpfen.

    Zu meinen Forschungsinteressen gehören räumliche Ansätze für Frieden und Friedens­konsolidierung, transitional justice, Erinnerungs­politiken, Normen in der IR sowie der Zusammen­hang zwischen Geschlecht und Frieden. Im Verbundprojekt "Politics of Memory and Cultural Heritage of War", gefördert vom Schwedischen Forschungs­rat, unter­suche ich die Erinnerungspolitik in Gesellschaften mit ge­waltsamen Vergangenheiten. Die Forschungsergebnisse aus Zypern, Ruanda und Bosnien-Herzegowina zeigen, wie stark die Erinner­ungen an vergangene Gewalt die Qualität des Friedens in der Gegen­wart beeinflussen. Darüber hinaus setzte ich mich im Rahmen des Forschungs­projekts "Troubling Testimonies" mit den Kriegszeugnissen von Frauen aus Bosnien-Herzegowina, Ruanda, Sri Lanka und Syrien/Irak aus­einander mit dem Ziel, das Wissen über den Krieg zu ver­geschlechtlichen. Aufbauend auf meiner Forschung zu UNSCR 1325 sowie Frauen, Frieden, Sicherheit und Normen, untersuche ich zuletzt den Backlash auf die WPS-Agenda.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt | 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt

    Dr. Jonah Schulhofer-Wohl

    GU Frankfurt | September & Oktober 2023, Oktober & November 2024

    Foto von Jonah Schulhofer-Wohl vor hellem Hintergrund.
    Foto: PRIF

    Als Visiting Fellow bei TraCe untersuche ich Transformationen von Konfliktursachen im Laufe der Zeit sowie Erwartungen an Interventionen gegen Russland im Zuge des Krieges in der Ukraine.

    In meiner Hauptforschung betrachte ich die Interaktion zwischen Bürgerkriegsparteien: Zunächst untersuche ich, wie ein „Versumpfung“ aus der Interaktion zwischen den Kriegsparteien entstehen kann. Ich betrachte zudem Entscheidungen in der Kriegsführung und konzentriere mich dabei auf das Verhalten der Bündnisse und die operativen Ziele der Kämpfe. Abschließend untersuche ich Faktoren individueller Handlungen in Gruppenkonflikten. Mein empirischer Schwerpunkt liegt im Nahen Osten, insbesondere im Libanon und in Syrien. Bei TraCe werde ich (1) Bürgerkriegsursachen von 1990 bis 2000 und 2001 bis heute vergleichen sowie (2) einen für mich neuen Kontext betrachten: Anhand von Daten meiner neuen Meinungsumfrage in Finnland werde ich untersuchen, welche nationalen und internationalen Sicherheitsreaktionen auf mögliche russische Angriffe nach der Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 sich Bürger*innen erhoffen.

    Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Miyerlandy Cabanzo Valencia

    TU Darmstadt | Oktober – Dezember 2023

    Mit meiner Forschung möchte ich auch einen praktischen Beitrag zum Friedensprozess in Kolumbien leisten.

    In meiner Forschung untersuche ich Umwelt­konflikte und setze mich mit Fragen der Friedensforschung, Partizipation sowie Gender in Kolumbien aus­einander. Da ich in Kolumbien in dem langjährigen be­waffneten Konflikt lebe, interessiere ich mich besonders für marginali­sierte Personen wie Frauen, LGBTIQ+-Menschen oder ethnische Gruppen, die sich lokal und friedlich gegen die po­litische Gewalt wehren. Dabei ist es mein Ziel sowohl als Wissenschaftlerin wie auch durch praktische Friedens­arbeit einer neuen Generation Raum für kritisches Nach­denken und Handeln zu geben. Während meines Forschungs­aufenthalts bei TraCe werde ich mich deshalb den Ver­bindungen zwischen Bergbau und Umwelt­konflikten sowie den jüngsten Streiks in Kolumbien widmen und mit qualitativen Methoden be­sonders die Rolle von Frauen, LGBTIQ+ und Technologie untersuchen. 

    Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel

    Juliana González Villamizar

    Assoziierte Forscherin

    GGS. Fotografin: Katrina Friese

    Ich interessiere mich für den Zusammenhang zwischen politischer Gewalt und langfristigen sozialen Hierarchien

    In meiner Forschung gehe ich der Frage nach, inwieweit Mechanismen der Übergangsjustiz sowie friedensfördernde Maßnahmen in der Lage sind, den Zusammenhang zwischen politischer Gewalt und rassistischen, geschlechtsspezifischen sowie klassenbasierten Hierarchien zu bearbeiten. Dabei basiert meine Arbeit auf einer feministischen Forschungsphilosophie, die die Situiertheit des Wissens betont und darauf abzielt, ethische Solidarität zwischen aktivistischen und akademischen Netzwerken der Wissensproduktion aufzubauen. Ich lege besonderen Fokus auf die Transformationshorizonte marginalisierter sozialer Akteure in friedensbildenden Szenarien – indigene und afrikanischstämmige Gruppen, sowie Frauen und LGBTQ+ –, die den epistemologischen Rahmen der liberalen Moderne überschreiten.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt 

    Iris Volg

    Assoziierte Forscherin

    Foto von Iris Volg vor hellem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Wie haben sich Umfang und Form von Interventionen in innerstaatlichen Konflikten verändert?

    In meiner Forschung be­fasse ich mich mit innerstaatlichen Konflikten, wobei mein Fokus insbesondere auf Friedensverhandlungen, Konfliktinter­ventionen und Nonviolent Action im Kontext von Gewaltkonflikten liegt. Ich forsche überwiegend quantitativ, unter der Ver­wendung von Methoden wie Panelregressionen, IRT-Modellen und Überlebenszeitanalysen. Im Rahmen von TraCe untersuche ich die Internationalisierung innerstaatlicher Konflikte als einen größeren Trend der Transformation politischer Gewalt. Ich interessiere mich besonders dafür, wie sich Umfang und Form von Interventionen und externer Unterstützung in innerstaatlichen Konflikten im Laufe der Zeit verändert haben und wie dies den Verlauf und Ausgang dieser Konflikte beeinflusst.

    Forschungsfeld Formen: 1.1 Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Henriette Franken

    Referentin Wissenstransfer

    Henriette Franken
    Foto: PRIF

    Ziel meiner Arbeit ist es, gelingende Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis zu schaffen.

    Seit Juni 2025 unterstütze ich im TraCe Wissenstransfer die Forschenden dabei, ihre Forschungsergebnisse in Politik, Medien und gesellschaftlichen Debatten sichtbar zu machen. Ich bin verantwortlich für die digitale Kommunikation auf der Webseite und den Social Media Kanälen, Medienarbeit, das Layout der Publikationsreihen und die Redaktion der Policy Briefs. Außerdem arbeite ich konzeptionell an den verschiedenen Transferformaten mit einem Schwerpunkt auf politischen Akteur:innen. Ich interessiere mich für verschiedene Konzepte und Formate im Austausch mit zivilgesellschaftlichen und politischen Zielgruppen. Insgesamt ist mir dabei ein dialogisch orientierter Wissenstransfer wichtig.

    Deborah Feldeisen

    Studentische Mitarbeiterin

    Ich unterstütze die Koordination des Forschungsverbunds.

    Als studentische Hilfskraft der Zentrumskoordination leiste ich Unterstützung bei organisatorischen, inhaltlichen und redaktionellen Aufgaben. Zu meinen Tätigkeiten gehört die Erstellung und Pflege von Datenbanken, darunter der TraCe-Kalender, sowie die redaktionelle Vorbereitung des internen Newsletters.

    Dr. Stefka Schmid

    Assoziierte Forscherin

    Wie tragen Praktiken der Mensch-Computer-Interaktion zur Produktion von (Un-)Sicherheiten bei?

    Meine Forschung konzentriert sich auf die Schnittstelle von Mensch und Informationstechnologie und analysiert dabei einerseits staatliche Visionen zukünftiger Interaktionen zwischen menschlichen Akteuren und Künstlicher Intelligenz. Dabei interessiere ich mich dafür, wie entsprechende Innovationspolitiken, unter Rückgriff auf konventionelle Verständnisse über die Mensch-Computer-Interaktion, zur Geopolitisierung von Technologien aber auch Produktion ontologischer Sicherheit beitragen. Andererseits wird der Blick auf die Mikroebene gelegt und technologisch vermittelte Praktiken, die gewaltvoll wie auch friedensfördernd wirken, untersucht. Die Analyse von Krisenszenarien fokussiert sich hierbei besonders auf Falschinformationen und informelle Selbstorganisation in den Sozialen Medien und fragt auch nach designorientierten Implikationen.

    Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel

    Dr. Juan Albarracín Dierolf

    PRIF | Juni & Juli 2024

    Als Visiting Fellow bei TraCe beschäftige ich mich mit der Gewalt gegen soziale Aktivist:innen.

    In meiner Forschung beschäftige ich mich mit der Einschränkung von politischen sowie bürgerlichen Rechten in Fällen von organisierter Gewalt und nichtstaatlicher Herrschaft. In diesem Sinne lässt sich meine Arbeit an den Schnittstellen von Demokratisierungsforschung, Forschung zu krimineller und politischer Gewalt sowie krimineller Herrschaft (criminal governance) und politischen Institutionen verorten. Zudem interessiere ich mich für die Transformation politischer Gewalt im Nachgang von autoritären Regimen und/oder bewaffneten Konflikten. Bei TraCe knüpfe ich an meine Forschung mit Jonas Wolff zu den Mustern und Ursachen von Gewalt gegen soziale Aktivist:innen an. Dabei entwickeln wir frühere Forschungen zur politischen Logik von Gewalt nach Konflikten, insbesondere der Ermordung von Anführer:innen sozialer Bewegungen in Kolumbien, weiter.

    Forschungsfeld Formen: 1.1.Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Dr. Suparna Banerjee

    PRIF | Juli 2024 – Januar 2025

    Foto von Suparna Banerjee vor weißem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Mit meiner Forschung kontextualisiere ich den Modus Operandi der rechten Politik in Indien.

    Während meines Fellowships bei TraCe möchte ich die Gründe für die Zunahme von Lynchjustiz in Indien untersuchen. Mein besonderes Interesse gilt dabei den Jahren seit 2014, als die rechtsgerichtete Regierung an die Macht kam. Ich möchte die Muster und die Symbolik verstehen, die das notwendige Umfeld für die Entstehung und das Fortbestehen solcher Taten in einer säkularen und demokratischen Gesellschaft schaffen. Bei TraCe werde ich den Raum des digitalen Indiens untersuchen, der von der rechtsgerichteten Regierung genutzt wird, um die Gesellschaft ideologisch zu unterwandern. Da Indien allmählich zu einem wichtigen Akteur im globalen Machtgefüge aufsteigt, wird es interessant sein zu sehen, wie diese internen Entwicklungen mit den Anforderungen eines liberalen westlichen Wertesystems verhandelt werden.

    Forschungsfeld Formen: 1.1.Erkenntnisse zu den Formen, Ursachen und Folgen politischer Gewalt

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1. Deutung von Gewalt

    Forschungsfeld Synergien: 4.2 Theoretische Innovation

    Dr. Larissa-Diana Fuhrmann

    Assoziierte Forscherin

    Foto von Larissa-Diana Fuhrmann vor hellem Hintergrund.
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Mit meiner Forschung bringe ich akademisches und künstlerisches Wissen über politische Gewalt zusammen.

    Seit Sommer 2023 arbeite ich mit meinem Projekt „Konflikt und Kunst: Das transformative Potenzial ästhetischer Praktiken“ am PRIF als Teil des Programmbereichs „Lokale Friedensordnungen“. Mich interessiert die theoretische und künstlerische Auseinandersetzungen mit politischer Gewalt, wobei ich mich auf dekoloniale Perspektiven konzentriere und die Produktion und den Transfer von Wissen in akademischen und künstlerischen Kontexten kritisch hinterfrage. Mein Ziel ist es künstlerisches und akademisches Wissen zu politischer Gewalt zusammen zu bringen und einer breiten Öffentlichkeit Zugang dazu zu ermöglichen. 

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Forschungsfeld Synergien: 4.3 Pazifizierung oder Transformation?

    Jephta Uaravaera Nguherimo

    GU Frankfurt | Oktober – Dezember 2024, Juni & Juli 2025

    Foto von Jephta Nguherimo

    Als Visiting Fellow bei TraCe untersuche ich Prozesse der Anerkennung und Entschädigung des OvaHerero-Genozids in Deutschland und Namibia.
     

    Ich bin ein in den USA lebender Schriftsteller und Aktivist, der sich seit Jahrzehnten für die Anerkennung und Entschädigung im Zusammenhang mit dem Genozid an den OvaHerero und Nama (1904-08) einsetzt. Während meines Fellowships werde ich nicht-schriftliche Erinnerungen des OvaHerero-Volkes sammeln und Bildungsmaterialien zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes von 1904-08 entwickeln. Ich hoffe, dass ich mich an Bildungsaktivitäten beteiligen kann, um deutsche Forscher:innen für die Perspektiven der Aktivisten und Nachfahren der Opfer des deutschen Kolonialismus und Genozid in Namibia zu sensibilisieren.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Dr. Kristine Andra Avram

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

    Foto von Kristine Andra Avram vor einem Gebäude.
    Foto: Zentrum für Konfliktforschung Marburg

    Ich beschäftige mich mit Sinnstiftungs- und Deutungsprozessen im Kontext von (vergangener) politischer Gewalt.

    Unter Berücksichtigung von Konzepten wie Schuld, Verantwortung oder Wahrheit analysiere ich, wie Narrative unsere Wahrnehmung und Einordnung von Gewalt, die Zuschreibung von Verantwortung sowie Aufarbeitungs- und Versöhnungsprozesse prägen. Meine Forschung ist multiperspektivisch und interdisziplinär angelegt. Durch Verknüpfung theoretischer wie empirischer Methoden, insbesondere ethnographischer Ansätze, Interviewforschung und narrativer Analysen, beleuchte ich die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen privaten, öffentlichen und offiziellen Erzählungen über gewaltsame Ereignisse und staatliche Repression. Dabei arbeite ich die Vielstimmigkeit von Gesellschaften und die Komplexität sozialer Praktiken im Kontext von politischer Gewalt heraus. 

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Nadja Saied

    Studentische Mitarbeiterin

    Foto von Nadja Saied vor weißem Hintergrund
    Foto: Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

    Ich unterstütze die Öffentlichkeits­arbeit von TraCe.

    Als studentische Hilfskraft im TraCe Wissens­transfer unterstütze ich vor allem die Medien- und Öffentlichkeits­arbeit des Forschungs­zentrums. Zu meinen Aufgaben gehören die Betreuung der Webseite und sozialen Netz­werke. Hier bewerbe ich TraCe-Veranstaltungen oder Publi­kationen, berichte über vergangene Aktivi­täten und unterstütze die Wissen­schaftler:innen in der Sichtbar­machung ihrer Arbeit.

    Rafael Quishpe

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Foto von Rafael Quishpe vor grünem Hintergrund.

    Ich interessiere mich für die politische Wiedereingliederung von ehemaligen Kombattant:innen und die Beziehung zwischen Musik, bewaffneten Konflikten und Friedensförderung.

    In meiner Forschung untersuche ich die Art und Weise, wie sich Ex-Kombattant:innen in Post-Konflikt-Gesellschaften politisch wiedereingliedern. Insbesondere interessiere ich mich für die Auswirkungen dieses Prozesses auf die Politik und Parlamente innerhalb Teilen eines Landes, mit besonderem Schwerpunkt auf Kolumbien. Meine Arbeit basiert auf dem Mixed-Methods-Ansatz, einschließlich quantitativer Analysen, Video-Ethnographien und geographischer Analysen von Wahlen. Darüber hinaus habe ich mehrere Forschungsprojekte entwickelt, die darauf abzielen, die Rolle der Musik in den internen Sozialisierungs- und Propagandaprozessen legaler und illegaler bewaffneter Gruppen zu verstehen.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Prof. Dr. Rirhandu Mageza-Barthel

    Philipps-Universität Marburg | Januar – März 2025

    Foto von Rirhandu Mageza-Barthel vor einer hellen Wand.

    Ich erforsche den durch Konflikte und Gewalt bedingten Wandel nationaler und internationaler Politiken, die für den globalen Süden von besonderer Bedeutung sind.

    Meine Forschung ist an der Schnittstelle von Friedensforschung, Entwicklungsforschung und Internationalen Studien mit Blick auf deren geschlechtsbezogene Implikationen angesiedelt. Vor diesem Hintergrund habe ich zu post-genozid Transformationen, transregionalen Beziehungen und dem normativen Unterbau globaler Politik gearbeitet. Während meines TraCe Fellowships werde ich mich mit Friedensbestrebungen aus einer feministisch-internationalen Perspektive beschäftigen.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt

    Prof. Dr. Bettina Brockmeyer

    Assoziierte Forscherin

    Foto von Bettina Brockmeyer vor hellem Hintergrund.
    Foto: Rolf K. Wengst

    Mich interessiert das Thema politische Gewalt im und nach dem Kolonialismus. 

    Dabei frage ich erstens, wie Gewalt zeitgenössisch thematisiert oder verschwiegen wurde, zweitens, welche Rolle sie im Übergang zwischen Kolonialmächten und in der Dekolonisation spielte, und drittens möchte ich herausfinden, wie das Thema koloniale politische Gewalt heute zu erforschen und zu erzählen ist. Im Fokus stehen für mich dabei die Gewaltgeschichten von Objekten und human remains, die bis heute in europäischen Sammlungen zu finden sind. Auch Fragen nach Restitution und Reparationen nehme ich im Hinblick auf die Thematisierung von politischer Gewalt näher in den Blick.

    Forschungsfeld Interpretationen

    Prof. Dr. Hannah Ahlheim

    Principal Investigator | Co-Sprecherin

    Foto von Hannah Ahlheim

    Meine Forschung untersucht, welche Schritte zur Ausübung politischer Gewalt in einer Gesellschaft führen.

    In meiner Forschung interessiere ich mich zum einen dafür, welche Schritte der Diskriminierung, Stigmatisierung und Exklusion von Personen und von Personengruppen der Ausübung von politischer Gewalt in einer Gesellschaft vorausgehen müssen. Zum anderen beschäftige ich mich mit der Bedeutung von Wissen für die gesellschaftliche Rahmung, Bewertung und Bewältigung von Gewalt. 

    Forschungsfeld Interpretationen 

    Prof. Dr. Tania Li

    Philipps-Universität Marburg | Mai 2025

    Picture of Tania Li in front of a building.

    Als Visiting Fellow bei TraCe werde ich meine Forschung über infrastrukturelle Gewalt in Indonesiens Palmölplantagen fortsetzen.

    In meiner Forschung befasse ich mich mit den Themen Land, Arbeit, Klasse, Kapitalismus, Entwicklung, Ressourcen und Indigenität mit besonderem Schwerpunkt auf Indonesien. Mein letztes Buch Plantation Life: Corporate Occupation of Indonesia's Oil Palm Zone (Duke University Press, 2021), das ich gemeinsam mit Pujo Semedi (Universitas Gadjah Mada) verfasst habe, untersucht die Gewalt, die mit der Infrastruktur der indonesischen Plantagenzone zum Gewinn von Palmöl verwoben ist. Nachdem die Farmen und Wälder der ehemaligen Landbesitzer:innen zerstört und durch riesige Palmenplantagen ersetzt wurden, ist eine andere Art von Gewalt entstanden – die Gewalt, unter der Besatzung von Unternehmen zu leben. Während meines Aufenthalts bei TraCe werde ich einen öffentlichen Vortrag halten und einen Artikel schreiben. In dem Artikel untersuche ich, wie Menschen, die mit dieser Gewalt leben, sie verstehen und darauf reagieren. Dabei setze ich eine Analyse der (Un-)Gerechtigkeit in Gang, die sich deutlich von der Perspektive unterscheidet, die Außenstehende wie ich mitbringen.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt

    Prof. Dr. A. Dirk Moses

    PRIF | Juni & Juli 2025

    Foto von A. Dirk Moses vor dunklem Hintergrund.
    Photo: Nora Savosnick

    Ich interessiere mich für die „Arbeit“, die der Begriff des Völkermords „ausführt“. 

    Ob als Behauptung während der Massengewalttaten oder im Nachhinein in der Erinnerung und Anerkennung, der Völkermord ist zu einem Begriff mit talismanischer Kraft und stigmatisierender Aura geworden. Aus diesem Grund wird er als das „Verbrechen der Verbrechen“ bezeichnet. Als Wissenschaftler verfolge ich einen konstruktivistischen Ansatz in Bezug auf solche Normen und Hierarchien, um zu hinterfragen, wie und warum sie entstanden sind, wessen Interessen sie dienen und welche Anziehungskraft sie haben. In Frankfurt möchte ich diese Forschungsrichtung fortsetzen, indem ich mit Kolleg:innen an Fragen des Genozids und der kolonialen Erinnerung arbeite.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.1 Deutung von Gewalt | 3.2 Erinnerung an Gewalt

    Prof. Dr. Adam Kochanski

    Goethe-Universität Frankfurt | Juni & Juli 2025

    Porträt von Adam Kochanski.

    Als Visi­ting Fellow bei TraCe werde ich meine For­schung darüber fort­setzen, wie lo­kale Normen, Ideen und Lö­sungen in der Welt­politik zirkulieren.

    Meine Forschung konzen­triert sich auf Transi­tional Justice, Friedens­konsolidierung nach Kon­flikten, inter­nationale Norm­dynamiken, Erinnerungs­politik sowie inter­nationales Strafrecht und inter­nationale Gerichte. Ich habe diese Themen in zwei Forschungs­projekten unter­sucht: (1) Im Rahmen des vom Social Sciences and Hu­manities Research Council of Ca­nada (SSHRC) finan­zierten Forschungs­projekts „Framing Atro­city: The Politics of Local Tran­sitional Justice“ habe ich unter­sucht, wie dominante Narrative über Gräuel­taten die lokalen Prak­tiken der Wahrheits­findung und Erinnerung in Kam­bodscha und Mosam­bik prägen und be­grenzen. (2) Im Kontext des vom SSHRC finan­zierten Forschungs­projekts „Norm Circu­lation in South­east Asia: How Local Ideas and Solu­tions Travel On“ analy­siere ich, wie lokale Ak­teure globale Normen aktiv an­passen und in Praxis um­setzen. Dabei untersuche ich insbesondere, wie sie den Selbst­schutz der Zivil­bevölkerung in Süd­thailand sowie die Bemühungen um Übergangs­justiz in Kam­bodscha unter­stützen - und dabei ihre eigenen Lö­sungen für diese Dilemmata weitervermitteln.

    Forschungs­feld Insti­tutionen: 2.3. Ein­hegung neuer Gewalt­akteure

    Dr. Liudmyla Pidkuimukha

    JLU Gießen | August – Oktober 2025

    Porträt von Liudmyla Pidkuimukha.
    Foto: Heide Fest

    Im Rah­men von TraCe unter­suche ich die Spra­che des Krieges und Sprache in Konflikten.

    Meine Forschung konzen­triert sich auf die Sprache der Gewalt und die Kon­struktion der Dicho­tomie „wir“ vs. „die anderen“ im Kon­text des russisch-ukrainischen Krie­ges. Mein Ziel ist es, Russ­lands gewaltsame Politik gegenüber der ukrainischen Iden­tität und Sprache in den besetzten Gebie­ten zu untersuchen. Auf der Grund­lage von ausführlichen Inter­views mit Über­lebenden der Besatzung, Sprach- und Menschen­rechtsaktivist:innen sowie Leiter:innen rele­vanter Zentren erforsche ich die Schnitt­stellen von Sprache, Gewalt, Iden­tität und Wider­stand während mili­tärischer Konflikte. Durch mein Fellow­ship möchte ich zu einem tieferen Ver­ständnis darüber bei­tragen, wie Spra­che sowohl als Ziel als auch als Instru­ment in poli­tischer Gewalt und im Wider­stand in Kriegs­zeiten fungiert.

    Forschungs­feld Interpretationen: 3.1. Deu­tung von Gewalt und 3.2. Erinnerung an Gewalt

    Dr. Ayşe-Martina Böhringer

    Assoziierte Forscherin

    Foto von Ayşe-Martina Böhringer vor hellem Hintergrund.

    Meine völkerrechtliche Forschung widmet sich unter anderem den Rechtsfragen der kollektiven Sicherheit.

    Zu meinen primären völkerrechtlichen Forschungsfeldern gehört die Frage der Einhegung bewaffneter Gewalt in den internationalen Beziehungen. In meiner Untersuchung widme ich mich Fragestellungen, die sich sowohl auf das ius ad bellum als auch auf das ius in bello (Letzteres wird auch als das Recht des bewaffneten Konflikts bezeichnet) konzentrieren. Ein zentraler Aspekt, den ich in meiner Analyse unter anderem behandele, ist der Prozess der Entkollektivierung internationaler Sicherheit. In diesem Rahmen nehme ich zur Untersuchung einzelner Rechtsfragen auch eine völkerrechtshistorische Perspektive ein. 

    Forschungsfeld Institutionen: 2.1 Intervention und Interventionsverbot im Kontext der De-Kolonialisierung | 2.2 Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt | 2.3 Einhegung neuer Gewaltakteure

    Dr. Markus Bayer

    Assoziierter Forscher

    Porträt von Markus Bayer.

    Meine For­schung bewegt sich an der Schnitt­stelle von poli­tischer Gewalt, kollek­tiver Erinnerung und ihren gesell­schaftlichen Aus­wirkungen.

    Ich in­teressiere mich für Fragen rund um poli­tische Gewalt(losigkeit), kollek­tive Erinner­ungen an sie sowie den sich aus ihnen er­gebenden gesellschaft­lichen Konse­quenzen. So bear­beite ich ak­tuell im Zuge des Projek­tes „Echoes of the Past“ empi­risch die Frage, welche Narra­tive über die soge­nannte Fried­liche Revo­lution in Deutsch­land heute exis­tieren und welche Aus­wirkungen diese auf Ge­fühle politischer Selbst­wirksamkeit haben. Als Asso­ziierter Forscher bei TraCe möchte ich mich mit dem in Deutsch­land verfügbaren kollek­tiven und indivi­duellen Wissen über die ko­loniale Vergangen­heit Nami­bias und deren Prozess der Auf­arbeitung befassen.

    Forschungs­feld Interpre­tationen: 3.2. Erinnerung an Ge­walt

    Dr. Elspeth Oppermann

    Philipps-Universität Marburg | August – November 2025

    Elspeth Oppermann

    Ich in­teressiere mich für Hitze­stress als eine Fra­ge der poli­tischen Ge­walt.

    Wäh­rend meines TraCe-Fellow­ships werde ich die ethi­schen und poli­tischen Dimen­sionen der Risiken unter­suchen, die mit Hitzestress ver­bunden und auf die glo­bale Erder­wärmung zurück­zuführen sind. Dabei werde ich mich auf Theo­rien der ther­mischen (Un)gerechtig­keit, der Klima­gerechtigkeit sowie der ther­mischen Ge­walt stützen. Darüber hi­naus werde ich das aus der Klima­politik be­kannte „Loss and Da­mage“-Konzept einbe­ziehen. Ich werde er­forschen, wie Hitze­stress und seine Aus­wirkungen –  wie hitze­bedingte Krank­heiten, Morbi­dität und Morta­lität – auf Formen poli­tischer Gewalt hinaus­laufen. Schließ­lich werde ich das im­plizite Zuschreiben von Verantwortung im aktuellen Dis­kurs der Klima­anpassung kriti­sieren, nach der „alle hitze­bedingten Todes­fälle vermeid­bar sind“.

    Forschungs­feld Synergien: 4.2. Theore­tische Inno­vationen

    Frederik Schissler

    Assoziierter Forscher

    Foto von Frederik Schissler.

    Wie lässt sich der Internationalisierungstrend innerstaatlicher Konflikte erklären?

    In meiner For­schung beschäftige ich mich mit der Trans­formation innerstaatlicher Kon­flikte durch das Eingreifen ex­terner Akteure. Daten zur Ent­wicklung innerstaatlicher Ge­walt zeigen besonders seit den frühen 2010er Jah­ren ein klares Bild: Inner­staatliche Konflikte werden immer häu­figer durch die Inter­vention externer Ak­teure inter­nationalisiert. Mich in­teressiert, welche Muster sich bei dieser Trans­formation erkennen lassen und wie sich ein Inter­nationalisierungstrend innerstaatlicher Kon­flikte beschreiben und er­klären lässt. Im Rah­men von TraCe unter­suche ich, wie sich dieser Trend er­fassen und er­klären lässt. Hierfür schaue ich mir For­men von external support in Bürger­kriegen an und dis­aggregiere den Inter­nationalisierungs­trend. Außerdem entwickeln wir eine Netzwerk­perspektive, um die Inter­nationalisierung inner­staatlicher Konflikte als Makro­trend begreifbar und erklär­bar zu machen.

    Forschungs­feld Formen: 1.1. Erkennt­nisse zu den Formen, Ur­sachen und Folgen poli­tischer Gewalt

    Dr. Gruia Bădescu

    TU Darmstadt | September – Oktober 2025

    Foto von Gruia Bădescu vor dunklem Hintergrund.
    Foto: Ines Janas

    Ich interessiere mich für das Verhältnis zwischen urbanen Rekonfigurationen und der Aufarbeitung schwieriger Vergangenheiten, insbesondere nach politischer Gewalt durch Kriege und Diktaturen.

    Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Wiederaufbau von Städten nach Kriegen, wobei ich mich auf das ehemalige Jugoslawien und den Libanon konzentriere. Ich analysiere zudem die Memorialisierung politischer Gewalt unter autoritären Regimen in Südamerika sowie in Mittel- und Osteuropa. Ich habe auch untersucht, wie Diktaturen Städte durch Abrisse und Zwangsräumungen umgestaltet haben. Über verschiedene Gewaltkontexte hinweg habe ich nachgezeichnet, wie lokale Akteure Zerstörungen und urbane Eingriffe als Formen von „Gewalt gegen die Stadt“ rahmten. Während meines TraCe-Fellowships werde ich an der Konzeptualisierung urbaner Gewalt arbeiten und die Keynote bei einem TraCe-Kolloquium zu „Urban Violence“ halten.

    Forschungsfeld Interpretationen: 3.3 Interpretation von Gewalt in der Stadt

    Anja-Liisa Gonsior

    Assoziierte Forscherin

    Bild von Anja-Liisa Gonsior.

    Mein Forschungsinteresse gilt den sich entwickelnden Regulierungsprozessen im Kontext neuer und disruptiver Technologien. 

    Neue und disruptive Technologien, wie etwa Autonomie in Waffen­systemen oder Cyberwaffen, transformieren die Art der Kriegs­führung und konfrontieren die Regulierung solcher Waffensysteme mit neuen Heraus­forderungen. Gegen­stand meiner Untersuchung ist, inwiefern klassische Mechanismen der Rüstungs­kontrolle angesichts der Regulierung von neuen und disruptiven Technologien in militärischen Kon­texten an ihre Grenzen stoßen und welche neuen Regulierungs­formen sich im Zuge von Normbildungs­prozessen und Soft Law entwickeln. Dabei nehmen eine Vielzahl an Akteuren als Norm Entrepreneurs Ein­fluss auf den Normbildungsprozess.

    Forschungsfeld Formen: 1.2 Neue Formen politischer Gewalt und technologischer Wandel

    Prof. Dr. Andrea Gawrich

    Assoziierte Forscherin

    Andrea Gawrich

    In meiner Forschung verknüpfe ich Ansätze der area studies mit der Erforschung von Gewaltkonflikten.

    Mein Forschungsinteresse am Forschungsfeld politischer Gewalt bezieht sich insbesondere auf Mechanismen und Bedingungen von Gewaltkonflikten im osteuropäischen Raum. Diese betrachte ich als Prozesse, die infolge von nation building und Dekolonisierung seit Auflösung der Sowjetunion und im Zuge einer angestrebten West- und EU-Bindung entstehen. Dabeu gilt mein zentrales Interesse der Frage, wie internationale Institutionen – wie die EU, OSZE oder NATO, diese Gewaltkonflikte bearbeiten und Transformationsprozesse gestalten. Von besonderer Relevanz ist der Nexus zwischen autokratischem Regieren und Gewaltkonflikten, respektive den Implikationen von Demokratisierung und Demokratieförderung für Gewaltkonflikte. Von Interesse ist für mich überdies die Verbindung von area studies mit der Erforschung von Gewaltkonflikten.

    Forschungsfeld Institutionen: 2.2. Rechtfertigung externer Intervention als Prozess einer problematischen Normalisierung von Gewalt

    Prof. Dr. Priska Daphi

    Assoziierte Forscherin

    Priska Daphi
    Foto: Priska Daphi

    Ich interessiere mich für die Transformationen politischer Konflikte und Gewalt in Europa.

    In meiner Forschung widme ich mich den Trans­formationen politischer Konflikte und Gewalt in Europa, wobei ich mich vor allem mit Zivil­gesellschaft, Protesten und anderen Formen der po­litischen Partizi­pation befasse. Ins­besondere interessieren mich die Dynamiken der Aus­grenzung, Polarisierung und des po­litischen Misstrauens, die solchen Veränderungen zu­grunde liegen und sie begleiten. Außer­dem befasse ich mich in meiner For­schung mit der Er­innerung an vergangene Kon­flikte, wobei mich insbesondere die Zusammen­hänge zwischen kollektivem Ge­dächtnis und Aktivis­mus interessieren.

    Forschungsfeld Formen | Forschungsfeld Interpretationen

    Dr. Danica Trifunjagić

    Assoziierte Forscherin

    Bild von Danica Trifunjagić vor einer grünen Hecke.

    Ich beschäftige mich mit Protestkultur und politischer Gewalt im (post-)jugoslawischen Raum.

    Ich interessiere mich für die Ver­flechtung zwischen sozialen Bewe­gungen, Kultur und der dadurch verur­sachten politischen Gewalt, insbe­sondere im Fall der Straßen­proteste seit 1968. Mein Forschungs­schwerpunkt liegt auf der Protest­kultur im (post-)jugoslawischen Kultur­raum, wobei ich mich auf die Dar­stellung in den Medien, Elemente der Kunst und Perfor­mance sowie die Geschlechter­dimension konzentriere, denen oft spezifische Formen von Ge­walt folgen. Die Tendenz, dass Straßen­proteste von friedlich zu gewalt­tätig werden, wirft eine wichtige Forschungs­frage auf, die ich im Kontext der Kultur zu beant­worten versuche. 

    Forschungs­feld Interpretationen: 3.3. Inter­pretationen von Gewalt in der Stadt

    Prof. Dr. Tobias Ide

    Assoziierter Forscher

    Porträt von Tobias Ide.

    Ich interessiere mich für poli­tische Gewalt im Kontext von Klima­wandel und Umwelt.

    Meine For­schung befasst sich mit den Ursachen und Folgen poli­tischer Gewalt in den Bereichen Klima­wandel und Umwelt. Zudem arbeite ich zu Bil­dung in Konflikt­kontexten, zu nicht­staatlichen bewaffneten Ak­teuren und zu Methoden zur Erforschung poli­tischer Gewalt.

    Dr. Esin Gülsen

    Assoziierte Forscherin

    Ein Porträt von Esin Gülsen vor einem grünen Hintergrund im Wald.

    Ich in­teressiere mich für kollek­tives Gedächtnis, Erinnerungs­politik und Tran­sitional Justice. 

    Meine ak­tuelle Forschung befasst sich mit der inter­generationalen Weiter­gabe von Erinnerungen an eine gewalt­volle Vergangen­heit und bewaffnete Konflikte innerhalb der kurdischen Dias­pora in Deutschland. Dabei ana­lysiere ich, wie Erinnerungen an Gewalt im Kontext der Dias­pora bewahrt, verschwiegen und mobi­lisiert werden und über welche Medien solche Erinnerungen von Genera­tion zu Generation weiterge­geben werden. Zudem unter­suche ich, wie diese Erinnerungen die Iden­tität und Erinnerungs­praktiken unter Kurden:innen der zweiten Genera­tion prägen. Darüber hinaus ana­lysiere ich, wie diese Erinnerungen über Grenzen hinweg zirku­lieren, mit der Erinnerungs­politik des Aufnahmelandes inter­agieren und den Erinnerungs­aktivismus in der Diaspora prägen. Ich leiste damit einen Bei­trag zu Debatten über Gewalt­erinnerungen aus inter­generationaler und trans­nationaler Perspektive.