Was bedeutet Frieden aus islamisch-philosophischer Perspektive – und welche Impulse können religiöse Traditionen für das Nachdenken über Frieden in Zeiten globaler Krisen, gesellschaftlicher Polarisisierung und anhaltender Gewalt bieten? Diesen Fragen widmete sich Asmaa El Maaroufi, Juniorprofessorin für Islamische Philosophie mit Schwerpunkt Ethik am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster, am 24. Juni 2026. Unter Moderation von Susanne Buckley-Zistel diskutierte sie Frieden als ethische und gesellschaftlich transformative Praxis.
Ausgehend von einer islamisch-philosophischen Perspektive beleuchtete El Maaroufi traditionelle und gegenwärtige muslimische Diskurse und theologische Konzepte. Frieden verstand sie dabei nicht als bloße Abwesenheit von Gewalt, sondern als ethische und transformative Praxis, die auf verschiedenen Ebenen des Miteinanders und Selbstverhältnisses realisiert werden. Im Mittelpunkt ihres Vortrags standen daher Fragen nach Gerechtigkeit, Verantwortung und den Voraussetzungen eines friedlichen gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Bereits Ende April hatte El Maaroufi den Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Konflikte in Gegenwart und Zukunft“ des Zentrums für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg gehalten. Die Ringvorlesung stand in diesem Sommersemester unter dem Leitthema Frieden und fand in Kooperation mit TraCe statt. Mit dieser zusätzlichen Veranstaltung am PRIF bot TraCe die Gelegenheit, die Diskussion über Friedensethik weiterzuführen.