Nach offiziellen ukrainischen Angaben befinden sich aktuell etwa 8000 ukrainische Militärangehörige und knapp 2000 Zivilist:innen in russischer Gefangenschaft. Hier sind sie nicht körperlichem Leid ausgesetzt, sondern auch psychischem und ideologischem Druck: Das Konzept der „Russischen Welt“ als Instrument russischer Herrschaftsansprüche zielt darauf, russische Sprache, Kultur und Tradition durchsetzen.
Im neuen TraCe Policy Brief untersucht Liudmyla Pidkuimukha anhand von Zeugenaussagen ehemaliger Kriegsgefangene, wie Sprache und kulturelle Symbole – als Bestandteile der „Russischen Welt“ systematisch in den besetzten Gebieten und Kriegsgefangenenlagern eingesetzt werden, um ukrainische Identität zu zerstören und eine symbolische Unterwerfung zu erzwingen.
Der Policy Brief ist als Download (PDF) verfügbar.
Liudmyla Pidkuimukha ist Soziolinguistin und Slawistin und außerordentliche Professorin an der Nationalen Universität Kiew-Mohyla-Akademie. Ihre Forschungsinteressen umfassen Sprachkonflikte, Sprachideologie und Sprachpolitik. Von August bis Oktober 2025 war sie TraCe Visiting Fellow an der JLU Gießen.