Die großflächige Zerstörung von Ökosystemen durch Rohstoffabbau, Abholzung und Umweltverschmutzung führt selten zu einer Rechenschaftspflicht. Solche Schäden werden oft durch verschiedene Formen politischer Gewalt ermöglicht, darunter Vertreibung, Einschüchterung, tödliche Gewalt und andere Formen der Nötigung. In diesem Sinne ist Ökozid nicht nur eine Umweltschädigung, sondern eine systemische Praxis, die die ökologischen Bedingungen für das kollektive Überleben zerstört und damit der Dynamik eines Völkermords ähnelt. Da immer mehr Staaten über die Kriminalisierung von Ökozid diskutieren, lautet die zentrale politische Frage, wie nationale und internationale Institutionen auf Umweltzerstörung reagieren sollten, die systemisch ist und mit politischer Gewalt verflochten ist.
In dem neuen TraCe Policy Brief untersuchen Verena Lasso Mena und Markus Lederer, wie Ökozid als politisches und rechtliches Konzept entstanden ist und warum es für politische Entscheidungsträger:innen heute von Bedeutung ist.
Der Policy Brief ist als Download (PDF) verfügbar.