Innerstaatliche bewaffnete Konflikte haben sich in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts deutlich verändert: Sie überschreiten häufiger nationale Grenzen, ihre Intensität steigt und mehr Akteure sind beteiligt. Das neue TraCe Working Paper „The Internationalization of Armed Intrastate Conflict: A Systematic Assessment of the State of Research, Data, and Explanations“ geht dieser Entwicklung nach mit dem Ziel, mögliche Erklärungen für diesen Trend zu identifizieren.
Zu diesem Zweck systematisieren die Autor:innen Frederik Schissler, Felix Bethke, Hanna Pfeifer, Regine Schwab, Constantin Ruhe und Jonas Wolff im Working Paper zunächst verschiedene Definitionen und Messgrößen von Internationalisierung innerstaatlicher Konflikte in der Literatur. Zwar verdeutlicht die Literatur den Trend der Internationalisierung sowie seine Charakteristika, die Autor:innen zeigen in ihrer Analyse jedoch, dass die existierende Literatur keine Erklärungen für diesen globalen Trend liefert. Um diese Forschungslücke zu schließen und Erklärungen zu prüfen, entwickeln die Autor:innen im Anschluss einen netzwerkbasierten Erklärungsansatz. Ihre Analyse legt dabei nahe, dass die zunehmende Rolle islamistischer Rebellengruppen in innerstaatlichen Konflikten und der sogenannte Krieg gegen den Terror gemeinsam zur Internationalisierung beigetragen haben.
Das Working Paper ist eine erweiterte Vorabversion eines Artikels, der von Sage im Journal Cooperation and Conflict veröffentlicht wird: Schissler, Frederik, Hanna Pfeifer, Constantin Ruhe, Regine Schwab, and Jonas Wolff (forthcoming): “The internationalization of intrastate conflict: A network perspective on empirical evidence and theoretical explanations”. Cooperation and Conflict, DOI: 10.1177/00108367251413148 (open access).
Das englischsprachige Working Paper ist als Download (PDF) verfügbar.