Friedensaufbau in schwierigen Zeiten

Nachwuchskongress des deutsch-kolumbianischen Friedensinstituts (CAPAZ) mit Unterstützung von TraCe

Eine Gruppe Menschen steht im Freien vor blauen Himmel für ein Foto aufgestellt

Wie kann Frieden gelingen, trotz fort­bestehender Ungleichheit, andauernde Gewalt und ge­sellschaftlicher Spannungen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Nachwuchs­kongress des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts CAPAZ, der vom 30.– 31. Oktober 2025 am Forschungs­zentrum „Normative Ordnungen” der Goethe-Universität Frankfurt stattfand. Unter dem Titel „La protección y el fortalecimiento de la construcción de paz en tiempos difíciles“ brachte die Tagung junge Wissen­schaftler:innen aus Europa, Kolumbien zusammen. Organisiert wurde der Kongress in Ko­operation mit TraCe, PRIF, der Goethe-Universität Frankfurt, Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg. 

Die Konferenz bot Promovierenden eine Plattform, um ihre Forschungs­arbeiten zu laufenden Prozessen des Friedensaufbaus in Kolumbien zu prä­sentieren und gemeinsam zu diskutieren. In ins­gesamt fünf Panels standen Fragen zu Sicherheit und Menschen­rechten, transitional justice, Geschlecht und Intersektionalität, Erinnerung sowie territo­rialem Frieden im Mittelpunkt. Eine Roundtable-Diskussion, moderiert von Juliana González Villamizar, erweiterte die De­batte um Kolumbiens Rolle in der Welt und ver­band dabei wissen­schaftliche Analysen und Perspektiven aus Politik und Entwicklungs­zusammenarbeit. 

Darüber hinaus trugen weitere TraCe-Forschende zum CAPAZ-Nachwuchskongress bei: Stefan Peters moderierte zum Konferenzauf­takt das Panel „Justicia Transicional“, das sich Fragen nach Ver­söhnung und juristischer Aufar­beitung widmete, mit besonderem Fokus auf die kolumbianische Sondergerichts­barkeit für den Frieden (JEP). Unter der Moderation von Jonas Wolff untersuchte das Panel „Seguridad y Derechos Humanos“ aktuelle Sicherheits­bedrohungen und -praktiken mit Blick auf die Wieder­eingliederung ehemaliger Guerrillamitglieder, die Strategien sozialer Führungs­personen, den Export kolumbianischer Sicherheitsexpertise sowie den Einsatz kolumbianischer Söldner im Aus­land sowie. Anika Oettler leitete das Panel zu Geschlecht und Inter­sektionalität, in dem die Beiträge migrantische Perspektiven auf Frieden, die Be­deutung von Intersektionalität in der kolumbianischen Übergangs­justiz sowie Widerstands­formen afrokolumbianischer Frauen im Norden des Landes be­leuchteten. Im Rahmen des Panels „Paz territorial“ diskutierte Rafael Quishpe Contreras anhand des FARC-Kommandanten Pastor Alape die Wahlkampf­strategien ehemaliger Kämpfer. 

In Kaffeepausen und beim ge­meinsamen Abendessen bot der Kongress den Teilnehmenden außerdem viel­fältige Möglichkeiten zum Austausch, Netz­werken und zu vertieften Auseinandersetzung mit den Themen der Ta­gung.