In einer Zeit, in der offene politische Aggression und exzessive Gewaltanwendung durch staatliche Akteure den globalen Mediendiskurs und die öffentliche Debatte dominieren, bleiben subtilere Formen von Gewalt oft unerkannt. Wie lassen sich diese Formen der Gewalt fassen und in Beziehung zu direkter, öffentlich sichtbarer Gewalt setzen?
Das Konzept der „slow violence“ beschreibt subtile Gewaltformen, die traditionelle Vorstellungen herausfordern. Es zeigt, wie strukturelle Ungleichheiten über lange Zeit unerkanntes Leid erzeugen. Aufbauend auf dieser konzeptionellen Öffnung zielt die TraCe-Jahreskonferenz „Beyond the Spectacle: Interdisciplinary Approaches to Slow Violence and Political Harm“ vom 19. bis 21. November 2025 in Marburg darauf ab, die Forschung zu Gewalt und ihrer Transformationen zu vertiefen.
Eröffnet wird die dreitägige TraCe-Jahreskonferenz von einem deutschsprachigen Dialogpanel am Mittwoch, 19. November um 18 Uhr zum Thema „Gewalt in Zeitlupe: Fehlende Aufmerksamkeit für schleichende Zerstörung“. Am Donnerstag und Freitag umfasst die englischsprachige Konferenz insgesamt acht Panels mit mehr als vierzig Forscher:innen und zwei Keynotes von Rachel Pain (Newcastle University) und Eyal Weizman (Forensic Architecture).
Eine Anmeldung ist bis 10. Oktober via https://eveeno.com/slow-violence möglich. Die Konferenz wird von Felix Anderl, Kristine Andra Avram, Thorsten Bonacker, Anika Oettler und Mariel Reiss (alle Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg) organisiert. Rückfragen zur Konferenz können an trace(at)staff.uni-marburg.de gerichtet werden.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und dem Programm gibt es auf der Seite der Jahreskonferenz.