
Ende Februar 2026 haben zwei unserer Promovierenden ihre Dissertationen erfolgreich verteidigt. Wir gratulieren Laura Gianna Guntrum und Jona Schwerer herzlich zum Abschluss ihrer Promotion.
Laura Guntrum widmete sich in ihrer Dissertation der ambivalenten Rolle von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) im Aktivismus im Globalen Süden. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen sowohl das emanzipatorische Potenzial digitaler Technologien als auch die Risiken, die mit Ihrer Nutzung einhergehen. Basierend auf 111 Interviews mit Aktivist:innen in Myanmar, Kamerun, Costa Rica und Kolumbien zeigt sie, dass ICTs zwar politische Mobilisierung ermöglichen, Aktivist:innen jedoch zugleich technologivermittelter Gewalt aussetzen. Dazu zählen unter anderem Hassrede, Überwachung und gezielte Desinformation. Trotz ihrer schwerwiegenden offline-Folgen werden diese Gewaltformen häufig normalisiert. Die Dissertation plädiert daher für eine stärkere Regulierung, mehr Plattformverantwortung sowie kontextsensible und partizipative Ansätze digitaler Sicherheit, die die Perspektive betroffener Gemeinschaften einbeziehen. Laura Guntrum verteidigte ihre Dissertation am 26. Februar 2026 an der TU Darmstadt. Der Prüfungskommission gehörten Erstgutachter Cristian Reuter und die Zweitgutachter Markus Lederer und Jonas Wolff an. Weitere Kommissionsmitglieder waren Sybille Frank und Tobias Ide.

Jona Schwerer hat seine Dissertation im Kontext von TraCe sowie dem Sonderforschungsbereich 1265 „Re-Figuration von Räumen“ verfasst. Darin knüpft er an bestehende Debatten und Ansätze zum öffentlichen Raum in der sozialwissenschaftlichen Stadtforschung an und hat einen raumsoziologisch fundierten Begriff öffentlicher Räume in Städten entwickelt. Seine Arbeit ermöglicht es, die vielgestaltigen und sich überlagernden öffentlichen Räume, die gegenwärtige Städte prägen, als verschiedene soziale Prozesse der Konstruktion von Räumen als öffentlich zu verstehen. Somit analysiert er die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher öffentlicher Räume an Orten. Jona Schwerer verteidigte die Dissertation mit dem Titel „Raum und das Öffentliche. Zur sozialen Konstruktion öffentlicher Räume“ am 27. Februar 2026 an der TU Darmstadt. Die Prüfungskommission bestand aus Sybille Frank als Erstgutachterin und Martina Löw (TU Berlin) als Zweitgutachterin. Als Prüfende waren weiter Nicolai Hannig und Gunter Weidenhaus (FH Münster) Teil der Kommission.