Mit dem Ende des Sommersemesters 2025 endet auch der erste Part der TraCe Ringvorlesung „Transformations of Political Violence: New Perspectives“. Wir blicken zurück auf vier gut besuchte und spannende Vorlesungstermine. Die ersten drei Vorträge organisierten Astrid Erll, Kaya de Wolff und Hanna Teichler in Zusammenarbeit mit der Frankfurt Memory Studies Platform FMSP, während Lisbeth Zimmermann und Lina Schneider den vierten Beitrag arrangierten.
Die Vortragsreihe soll neue Ansätze zu den sich wandelnden Formen, Institutionen und Interpretationen politischer Gewalt präsentieren, wie sie im Rahmen von TraCe untersucht werden. Dazu vereint die Ringvorlesung Perspektiven aus Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft und Kulturwissenschaft mit Stimmen von Aktivist:innen.
Den Beginn machte Michael Rothberg (UCLA/Wissenschaftskolleg zu Berlin) am 7. Mai mit seinem Vortrag „Restitution, Repair, and Implication: Afterlives of Colonialism and the Holocaust in the Humboldt Forum“. Er befasste sich vor allem mit dem deutschen Erbe und Konsequenzen des Kolonialismus und Holocaust im Hinblick auf Entschädigung, Wiedergutmachung und Wiederherstellung am Beispiel des Humboldt-Forums in Berlin.
Darauf folgte am 17. Juni „The Struggle Continues. Transgenerational Memory of the OvaHerero People’s Genocide“ von TraCe Visiting Fellow Jephta Nguherimo. Darin beschäftigte er sich mit transgenerationaler Erinnerung an den Genozid am Volk der OvaHerero und deren anhaltenden Kampf um Wiederherstellung von Gerechtigkeit in Namibia. Aus der Perspektive eines namibischen Aktivisten und Nachkommen von Opfern des Genozids teilte er persönliche Perspektiven auf die Erinnerung an koloniale Gewalt und den anhaltenden Kampf um restorative justice.
Der dritte Vortrag „Victimhood Nationalism: History and Memory in a Global Age“ am 24. Juni wurde von Jie-Hyun Lim von der Sogang Universität, Südkorea gehalten. Dabei setzte er sich mit dem Begriff des „Victimhood Nationalism“ auseinander und veranschaulichte, wie Erinnerungen an die Opferrolle in der Vergangenheitsbewältigung der Nachkriegszeit im globalen Gedächtnisraum zirkulieren.
Den vierten und letzten Ringvorlesungsbeitrag „Practicing Norm Localization in the International Human Rights Regime“ präsentierte Adam Kochanski (University of Guelph, Kanada) am 9. Juli. Er beschäftigte sich mit der Praxis der Normlokalisierung und untersuchte, wie internationale Menschenrechtsnormen an lokale Kontexte angepasst und in diese eingebettet werden.
Die ersten drei Vorträge stehen auf dem TraCe You-Tube Kanal zum Nachschauen zur Verfügung.
Der TraCe Forschungsverbund freut sich darauf, Teil 2 der Ringvorlesung im Wintersemester 2025/2026 an der Goethe-Universität mit Vorträgen von Valerie Sticher (ETH Zürich), Nina von Uexkull (Universität Konstanz), Elisabeth Wood (Yale University) und Stephanie Hofmann (EUI) fortzusetzen. Nähere Informationen zu den Vorträgen folgen demnächst auf der TraCe-Website.