Transformationen politischer Gewalt weiter erforschen: TraCe geht in die zweite Phase

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat Anschlussförderung bis 2028 bewilligt

Der Wandel des Kriegs­geschehens, Gewalt gegen zivilgesellschaftliche Akteure sowie Dis­kussionen um Gerechtig­keit und Rechtfertigung – diese drei gesell­schaftlichen Dynamiken nimmt TraCe in seiner zweiten Förder­phase ab April 2026 in den Blick. Nach positiver E­valuation hat das Bundes­ministerium für Forschung, Techno­logie und Raumfahrt (BMFTR) fi­nanzielle Unter­stützung für weitere zwei Jahre bis 2028 be­willigt. „In der zweiten Förder­phase möchten wir an unser ge­meinsames Engagement in Forschung, Lehre und Wissens­transfer anknüpfen. Gleichzeitig hat unsere intensive Zusammen­arbeit im Lichte gesellschaftlicher Entwicklungen gezeigt, dass neue Querschnitts­themen erforscht werden müssen“, sagt Jonas Wolff, Co-Sprecher von TraCe und Vorstandsmitglied am PRIF.

Eines dieser Querschnitts­themen ist die Gewalt gegen soziale Aktivist:innen. Laut Berichten zivil­gesellschaftlicher Organisationen wie Front Line Defenders und Global Witness werden jährlich welt­weit zwischen 300 und 400 Menschen getötet, die sich friedlich für Menschen­rechte einsetzen – und das ist nur die Spitze des Eis­bergs. Die Gewalt umfasst auch Formen digitaler Ge­walt gegen Umweltaktivist:innen, die selbst unter den Folgen von Ressourcen­ausbetuung und Klimawandel leiden. „Nur durch die Zusammen­arbeit über Disziplinen hinweg lässt sich verstehen, wie und mit welchen Folgen sich po­litische Gewalt etwa im Zuge des technolo­gischen Wandels oder im Kontext globaler Umweltveränderungen transformiert,“ ergänzt  Astrid Erll, Co-Sprecherin von TraCe und Professorin für englischsprachige Literaturen und Kulturen an der Goethe-Universität Frankfurt.

Die inter­disziplinäre Arbeit von TraCe untersucht weiterhin die sich verändernden Erscheinung­sformen politischer Gewalt durch techno­logischen, politischen und gesellschaftlichen Wandel, den Wandel der In­stitutionen, die Gewalt er­möglichen oder einschränken sowie die Art und Weise, wie politische Gewalt inter­pretiert und gerechtfertigt wird. Das über­greifende Ziel des Verbundes ist es, Strategien zur Ein­dämmung von Gewalt zu identifizieren. Ein zentrales Anliegen des Verbundes bleibt der dialogische Wissens­transfer in Politik, Medien und Zivilgesellschaft. Die bisherigen Transfer­aktivitäten umfassen Podcastfolgen, öffentliche Podiumsdiskussionen, Dialog­veranstaltungen in Brüssel und Berlin, Workshops mit Praxispartnern – unter anderem eine Kooperationsausstellung mit der KUNSTHALLE GIESSEN – sowie zwei eigene Publikationsreihen.

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