Am 5. und 6. November brachten zwei nicht-öffentliche Veranstaltungen TraCe-Mitglieder Tina Cramer, Laura Guntrum, Markus Lederer, Verena Lasso Mena, Mariel Reiss und Jonas Wolff mit zivilgesellschaftlichen und politischen Akteuren in Brüssel zusammen.
Am Abend des 5. November war die TraCe-Gruppe zu Gast bei der Abendveranstaltung „Democracy Dinner“, organisiert gemeinsam mit dem Netzwerk European Partnership for Democracy. Zwanzig thematisch einschlägige Gäste diskutierten in vertraulichem Rahmen über die politische Gewalt, denen sich zivilgesellschaftliche Akteure, die sich für Demokratie einsetzen, ausgesetzt sehen. Nach Eingangsimpulsen, unter anderem von Jonas Wolff, wurde diskutiert, warum und wie Democratic Defenders ins Visier genommen werden und welche Auswirkungen dies auf die Resilienz bzw. Erosion von Demokratie hat.

Am Vormittag des 6. November fand in der Vertretung des Landes Hessen bei der EU in Brüssel ein nicht-öffentlicher Workshop zum Thema „Violence Against Civil Society Actors: Bridging Research and Practice“ statt. Die von TraCe in Zusammenarbeit mit dem European Democracy Hub (EDH) realisierte Veranstaltung brachte Wissenschaftler:innen, Vertreter:innen Brüsseler zivilgesellschaftlicher Organisationen und Think Tanks sowie politische Entscheidungsträger:innen zusammen.
Die Eingangsimpulse bauten auf TraCe-Forschung zu digitaler Gewalt gegen soziale Aktivist:innen in Kamerun, Kolumbien und Myanmar, zur Repression von Verteidiger:innen von LGBTIQ+-Rechten in Ost- und Südafrika sowie zur gezielten Tötung von Menschenrechts- und Umweltverteidiger:innen in Lateinamerika auf. In einem anschließenden World Café wurden diese Befunde mit den praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden verknüpft. Der Fokus lag auf zentralen Bedrohungen für zivilgesellschaftliche Akteure, bestehenden Schutzlücken sowie politischen Handlungsspielräumen auf EU-Ebene.
Ziel des dreistündigen Workshops war es, Forschung und Praxis enger zu verzahnen: Zum einen wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu sich wandelnden Formen politischer Gewalt vorgestellt, zum anderen die Erfahrungen und Perspektiven von Akteuren der Zivilgesellschaft einbezogen und ins Gespräch mit der Politik gebracht. Im Anschluss bot der öffentliche „Crisis Talk“ Raum, zentrale Erkenntnisse aus dem Workshop einem größeren Publikum zugänglich zu machen.
Der Workshop wurde als Teil der TraCe-Stakeholder-Workshop-Reihe realisiert: Im Sinne eines dialogischen Wissenstransfers sollen zentrale Forschungsergebnisse gemeinsam mit thematisch einschlägigen Praktiker:innen diskutiert und reflektiert werden. TraCe organisierte bereits zwei solcher Workshops mit verschiedenen Zielgruppen: 2024 einen Stakeholder-Workshop mit einer Schulklasse zur NATO sowie 2023 einen Stakeholder-Workshop mit Journalist:innen in Bogotá.